W W W . O R G O N O M I E . J I M D O S I T E . C O M

 

Facebook-Einträge von David Holbrook, M.D.

 

 

 

 

Pseudo-Liberalismus gegen Konservatismus

David Holbrook, M.D.

 

„Pseudoliberalismus“ ist ein Begriff, der von Charles Konia, M.D. geprägt wurde in seinem Buch The Emotional Plague (2008, Princeton, NJ: A.C.O. Press)

Ein Pseudoliberaler gibt sich als Liberaler aus und glaubt wahrscheinlich, daß er ein Liberaler ist, aber er steht weit links vom Liberalen. Konia beschreibt den wahren Liberalen (im Gegensatz zum Pseudoliberalen) und den Konservativen als natürliche Variationen des Menschen. Sowohl Liberale als auch Konservative leisten ihre eigenen Beiträge für die Gesellschaft, und wenn beide Spezies in einer Gesellschaft relativ gleich vertreten sind, funktionieren die Dinge in der Regel relativ gesund und harmonisch.

Ein sehr charakteristischer Unterschied zwischen Konservatismus und Pseudoliberalismus besteht darin, daß konservatives Denken dazu neigt, sich darauf zu konzentrieren, wie Menschen sich selbst motivieren, – auf die spontane Energie, die von innen heraus von Individuen erzeugt wird –, im Gegensatz zum pseudoliberalen Denken, bei dem tendenziell die Vorstellung von äußeren Systemen im Mittelpunkt steht, die Menschen motivieren und anleiten, als wären die Menschen Maschinen, anstelle von biologischen Systemen. In diesem Sinne ist konservatives Denken eher biologisch, – es erkennt die spontane Aktivität lebender Systeme –, im Gegensatz zum pseudoliberalen Denken, das mechanisch ist und sich auf die Notwendigkeit konzentriert, die Menschen von außen so zu manipulieren, als hätten sie keinen rationalen, lebendigen, spontanen inneren Kompaß.

 

Die vielen Gesichter des Faschismus

Ich werde eine einfache Anmerkung machen, und ich werde ihre Implikationen bewußt vage formulieren, denn ich möchte, daß die Leute sich fragen, worauf ich mich vielleicht beziehen könnte, damit sie es tatsächlich selbst durchdenken müssen. Es gibt mehrere mögliche Antworten:

Es gibt viele verschiedene Formen, die der faschistische Autoritarismus annehmen kann, von denen einige oberflächlich betrachtet völlig neu und originell erscheinen mögen. Andere Formen können oberflächlich betrachtet als völlige Antithese des Faschismus erscheinen (für Beispiele aus der Vergangenheit siehe Stalinismus und Maoismus – der sogenannte „rote Faschismus“).

Die zugrundeliegende Struktur ist immer die gleiche. Nur die Gesichter ändern sich.

Also: Wie viele neue und neuartige Beispiele kannst du dir vorstellen, die vielleicht tatsächlich eine Manifestation desselben alten faschistischen autoritären Impulses sind, aber aus völlig unerwarteten und neuen Richtungen aufkommen?

Denke darüber nach.

 

Die freie Rede

„Wir können sehen, daß menschliche Denksysteme mit Toleranz verbunden sind, solange sie an Wirklichkeiten haften. Je weiter sich der Denkprozeß vom Wirklichen entfernt, desto mehr Intoleranz und Grausamkeit ist erforderlich, um seine Existenz zu sichern.“ (Reich, W. (1949/1983): Äther, Gott und Teufel, Frankfurt: Nexus, S. 16)

„(…) meine ärztlichen Erfahrungen mit Menschen vieler Schichten, Rassen, Nationen, Glaubensbekenntnissen etc. (hatten mich) gelehrt, daß ‚Faschismus‘ nur der politisch organisierte Ausdruck der durchschnittlichen menschlichen Charakterstruktur ist, eine Struktur, die weder an bestimmte Rassen oder Nationen noch an bestimmte Parteien gebunden ist, die allgemein und international ist.“ (Reich, W. (1946/1974): Massenpsychologie des Faschismus, Frankfurt: Fischer Taschenbuch Verlag)

Jeder vernünftige Mensch haßt den Faschismus. Aber weißt du, wer die Faschisten am meisten haßt? Andere Faschisten!

Wütende Menschen ziehen sich gegenseitig an.

Zuerst kommt die Wut, dann die Ideologie, die dann die Gelegenheit bietet, die Wut und Zerstörungslust auszuleben und sie dabei gleichzeitig durch Rationalisierung zu verleugnen.

Es gibt nur wenige Dinge, für die es sich lohnt zu kämpfen, und die bedingungslose Redefreiheit ist eine davon.

„Der Faschismus ist in seiner reinen Form die Summe aller irrationalen Reaktionen des durchschnittlichen menschlichen Charakters.“ (S. 14)

„Die faschistische Mentalität ist die Mentalität des kleinen, unterjochten, autoritätssüchtigen und gleichzeitig rebellischen 'kleinen Mannes'. (S. 15)

Vorsicht: Der Faschismus hat viele Gesichter. Zum Beispiel, wenn man behauptet, gegen den Faschismus zu kämpfen. (Manchmal.)

„In der Rebellion der Massen der mißhandelten Menschentiere gegen die nichtssagenden Höflichkeiten des falschen Liberalismus (ich meine nicht den echten Liberalismus und echte Toleranz) kam die charakterliche Schichte der sekundären Triebe zum Vorschein.“ (S. 15)

„Man kann den faschistischen Amokläufer nicht unschädlich machen, wenn man ihn, je nach politischer Konjunktur, nur im Deutschen oder Italiener und nicht auch im Amerikaner und Chinesen sucht; wenn man ihn nicht in sich selbst aufspürt; wenn man nicht die sozialen Institutionen kennt, die ihn täglich ausbrüten.“ (S. 15)

„Der internationale Faschismus wird nie durch politische Manöver besiegt werden. Er wird der internationalen Organisation der Arbeit, der Liebe und des Wissens erliegen. Noch verfügen Arbeit, Liebe und Wissen in unserer Gesellschaft nicht über die Macht der Bestimmung des menschlichen Daseins. (…) Das Lebendige kann keine ‘Macht gewalttätig ergreifen’, den es wüßte nicht, was mit Macht anzufangen ist.“ (S. 16f)

„Die Faschisten verboten [dieses] Buch 1935 zusammen mit der gesamten Literatur der politischen Psychologie.“ (S. 17)

Manchmal kann „Antiautoritarismus“ autoritär sein, manchmal kann „Antifaschismus“ faschistisch sein.

Die Emotionelle Pest (die Summe von irrationalem und zerstörerischem Sozialverhalten) hat eine Reihe von Merkmalen. Ein Merkmal ist, daß das angegebene Motiv niemals das wahre Motiv ist. Ein weiteres Merkmal ist, daß das Opfer gelähmt und verwirrt werden soll, z.B. durch die Schaffung von Ideologien, die darauf abzielen, falsche Schuldgefühle in Menschen zu wecken und sie dadurch zu gefügigeren Opfern zu machen.

Der Haß stammt aus dem persönlichen Leben der Menschen. Die Ideologie wird gebildet, um den Haß zu rechtfertigen und zu rationalisieren.

„Mir wurde gedroht, daß ich an die Wand gestellt werden würde, sobald der Marxismus zur Macht in Deutschland gelangte. 1932…“ (S. 19). Auch von den Nazis wurde Reich mit Hinrichtung bedroht. Erkenne den Zusammenhang.

„Faschismus ist keine politische Partei, sondern eine bestimmte Lebensauffassung und Einstellung zu Mensch, Liebe und Arbeit.“ (S. 22)

„Gemeint ist die echte Freiheit der persönlichen und gesellschaftlichen Entwicklung, die Freiheit von Lebensangst, von ökonomischer Unterdrückung welcher Form immer, die Freiheit von reaktionären Hemmungen der Entwicklung, kurz, die freiheitliche Selbstverwaltung des Lebens. Befreien wir uns von allen Illusionen. In der Menschenmasse selbst wirkt eine reaktionäre, mörderische, entwicklungshemmende Macht, die alle Anstrengungen der Freiheitskämpfer immer wieder zuschanden macht. Diese reaktionäre Macht in den Menschenmassen erscheint als allgemeine Angst vor Verantwortung und als Angst vor Freiheit. Dies sind keine moralischen Werturteile.“ (S. 294)

Reich war in den 1930er Jahren in Berlin zugegen und arbeitete mit den Massen auf der Straße. Er war Mitglied der Kommunistischen Partei, aber dann wandten sie sich als rote Faschisten zusammen mit den Nazifaschisten gegen ihn.

„(...) der Mensch und seine Gesellschaft (sind) im streng psychiatrischen Sinne des Wortes geisteskrank (…).“ (Reich, W. (1953/1995): Menschen im Staat, Basel: Nexus/Stroemfeld, S. 16)

 

Woher kommen die Probleme und die Lösungen?

Ist noch jemandem aufgefallen, daß unsere Gesellschaft mehr und mehr wie eine toxisch durchgeführte Gruppentherapiesitzung aus den 1970er Jahren wirkt? Praktisch alle unsere Denkprozesse ähneln einer Form von Pop-Psychoanalyse, bei der jeder zu wissen glaubt, was die anderen bewegt. Das Angebot an Theorien über soziologische Prozesse, wie der Marxismus und die Theorie des systemischen Rassismus, umfaßt gleichfalls Theorien über unbewußte soziologische Prozesse, die behaupten, die unbewußten soziologischen Motivationen zu identifizieren, die das menschliche Verhalten bestimmen.

Um das klassische Paradigma der Paartherapie zu zitieren: Wir brauchen dringend weniger „Du“-Aussagen und mehr „Ich“-Aussagen!

Mir scheint, daß der Konservatismus „Ich“-Aussagen bevorzugt: die Quelle und die Lösung der eigenen Probleme als hauptsächlich von innen kommend zu sehen, im Gegensatz zur Wahrnehmung der Quellen und Lösungen als hauptsächlich von außen kommend, wie es der allgemeine Standpunkt der linken Theorien zu sein scheint. Mir scheint, daß die „Ich“-Stellungnahme im allgemeinen die gesündere Sichtweise ist und in der Regel die Philosophie glücklicher und erfolgreicher Menschen ist.

Da sich unser ganzes Land in Richtung „die Quelle und die Lösung deiner Probleme kommt von außerhalb deiner selbst“ bewegt, sollte uns dies zu denken geben.

 

Spontaneität und Autoritarismus

Autoritarismus ist der Versuch, das zu kontrollieren, was nicht kontrolliert werden kann: alles Spontane. Da sowohl die Natur als auch soziologische Prozesse derartig viele spontane Eigenschaften haben, ist der Autoritarismus auf lange Sicht zum Scheitern verurteilt. Freiheit ist spontan, auch die wirtschaftliche Freiheit. Autoritäre haben Angst vor der Freiheit, weil alles Spontane sie ängstigt. Das gilt auch für den Erfolg. Darin liegt die selbstzerstörerische Eigenschaft des Autoritarismus, ob er nun von der Rechten oder von der Linken ausgeht.

 

Laissez-faire

Ich habe nicht das Bedürfnis, daß andere mit mir übereinstimmen. Ich denke, das Fehlen des Bedürfnisses, daß andere mit einem übereinstimmen, ist ein Merkmal von Menschen, die auf eine nicht extreme Art und Weise grundsätzlich konservativ sind. Ich glaube sogar, daß es auch ein Merkmal von Menschen ist, die grundsätzlich liberal sind, ohne extrem zu sein. Zusammenfassend läßt sich sagen, daß es ein Merkmal von Menschen ist, die keine Extremisten sind.

 

Angst und Autoritarismus

Autoritären Systemen ist eine Angst inhärent, die sie strukturiert. Deshalb schüren ängstliche Perioden in der Geschichte den Autoritarismus, der als Heilmittel für apokalyptische Ängste propagiert wird. Diese Angst verhindert die freie, kreative Entfaltung derjenigen, die im Bann des autoritären Systems stehen. Außerdem ermutigt es seine Anhänger, diese Angst auf andere zu übertragen, diese anzustecken und zu versklaven.

 

Kollektivismus

Der Kollektivismus gibt vor, daß sich die Menschen umeinander kümmern. Aber in Wirklichkeit geht es darum, sich mit einer Gruppe oder Ideologie zu identifizieren, nicht mit den Mitmenschen. Tatsächliche Beziehungen zwischen tatsächlichen Menschen sind eine Bedrohung für die Identifikation mit einer Gruppe oder Ideologie. Daher ähnelt eine kollektivistische Gesellschaft mit der Zeit immer mehr einer Sekte.

 

Vernunft und Gefühl

Wenn sich Vernunft und Gefühl in die gleiche Richtung bewegen, verstärken und durchdringen sie einander in größtmöglichem Umfang und maximieren ihr Potential zum Guten. Wenn sie sich in entgegengesetzte Richtungen bewegen, werden sie beide fehlerhaft und manchmal sogar bösartig.

 

Demokratie versus Autoritarismus

Wenn du keine Begeisterung dafür aufbringst Menschen zu respektieren, es zu genießen, mit ihnen befreundet zu sein und im selben Land mit Menschen zu leben, die Überzeugungen vertreten, die deinen eigenen entgegengesetzt sind, dann verstehst du nicht, was Demokratie ist; und unabhängig davon, wofür du dich hältst, bist du möglicherweise ein Verfechter des Autoritarismus und nicht der Demokratie.

 

Autoritarismus versus Autorität

Autoritarismus jeglicher Art ist eine Rebellion gegen wahre Autorität. Wahre Autorität beruht auf der freien Selbstregulierung des Einzelnen und der kleinen und großen sozialen Einheiten. Die Gesundheit eines Individuums und jeder sozialen Einheit basiert auf dem Grad der erfolgreichen Selbstregulierung in diesem Individuum oder dieser sozialen Einheit.

Also: Selbstregulierung → Gesundheit → Autorität

Oder: Gesundheit und natürliche Autorität beruhen auf dem Grad der erfolgreichen Selbstregulierung auf physiologischer, emotionaler, psychologischer und sozialer Ebene.

 

Ein leidenschaftliches Leben

Ich glaube an ein leidenschaftliches Leben. Ich möchte meine Gefühle so tief wie möglich empfinden – nicht nur einige, sondern alle. Und warum? Weil ich glaube, daß dies zu einem erfüllteren und bedeutungsvolleren Leben führt – und ich glaube auch, daß es zu einem längeren Leben führt, denn meiner Ansicht nach sind selbst die schmerzhaften Emotionen lebensfördernd und lebensverlängernd. Sie sind wahr; und wenn man diese Wahrheit verleugnet, vermindert man meiner Meinung nach die Sinnhaftigkeit und Tiefe und auch die Länge des eigenen Lebens, weil man Dinge zurückhält und vermeidet, und das hat physiologische Konsequenzen.

 

Politik versus politische Diskussion

Politik ist wichtig. Sie beeinflußt das Leben der Menschen auf äußerst wichtige Weise und ist daher von großer Bedeutung.

Im Gegensatz dazu ist die politische Auseinandersetzung eher oberflächlich und dient häufig dazu, uns von tieferen und wichtigeren Aspekten unseres eigenen Lebens abzulenken, denen wir Aufmerksamkeit schenken und an denen wir arbeiten sollten.

Da die Politik die Menschen ängstlich und wütend macht, dient die politische Diskussion oft als Vehikel, um diese Emotionen der Angst und Wut, die aus unserem eigenen persönlichen Leben stammen, zu verdrängen und auf die gesellschaftspolitische Szene zu projizieren und so einen verantwortungsvollen und wahrheitsgemäßen Umgang mit uns selbst und anderen zu vermeiden.

 

Politik als eine Form der sozio-emotionalen Krankheit

Ich versuche, die Politik nicht als Vorwand zu benutzen, um gemein zu sein oder Menschen zu beleidigen. Ich glaube tatsächlich, daß so etwas eine Form von sozio-emotionaler Krankheit ist, eine Art soziale Seuche. Es gab Zeiten, vor allem in der Vergangenheit, in denen ich bis zu einem gewissen Grad an dieser Krankheit erkrankt bin und sie ein wenig verbreitet habe. Aber ich habe in den letzten Jahren gelernt, mich allmählich von dieser schlechten Angewohnheit zu kurieren.

Es scheint mir immer klarer zu werden, daß die Politik, wie wir sie heute kennen, weitgehend ein Vehikel für emotionale Krankheiten ist. Meiner Meinung nach dient sie weitgehend als Rationalisierung; als Vorwand für die Menschen, ihre persönlichen emotionalen und psychologischen Konflikte auszuleben. Sie eignet sich besonders gut als Vehikel für Wut, die höchstwahrscheinlich ihren Ursprung in Unzufriedenheiten in unserem persönlichen Leben hat, glaube ich.

Ich glaube, daß die Menschheit eines Tages entdecken wird, was rationale Politik ist. Aber ich glaube nicht, daß wir diese Politik schon entdeckt haben. Bis dieser Tag kommt, sollten wir meiner Meinung nach sehr vorsichtig sein, die Politik nicht als Vehikel für unsere eigenen emotionalen Krankheiten zu benutzen.

 

Unsere abgeschotteten Informationsquellen

Um das Offensichtliche zu sagen: Unsere Informationsquellen sind so abgeschottet, daß wir, wenn wir Meinungen hören, die aus Quellen stammen, denen wir normalerweise nicht ausgesetzt sind, denken, daß andere Menschen verrückt sein müssen, um das zu denken, was sie denken. Aber wahrscheinlich sind sie nicht verrückt, sie haben nur ganz andere Informationsquellen als wir. Deshalb müssen wir sehr darauf achten, Geduld und Toleranz füreinander aufzubringen, uns auf unsere gemeinsame Menschlichkeit zu konzentrieren (die tiefer liegt als unsere Politik) und nach und nach versuchen, eine gemeinsame Basis zu finden. Dies erfordert eine Art zen-ähnliche Akzeptanz unserer Unterschiede und eine tiefe Zurückhaltung. Um dies zu erreichen, müssen wir uns unseres eigenen Innenlebens und unserer Gewohnheiten sehr bewußt sein. Wir müssen uns daran erinnern, zu atmen, zu vergeben und demütig zu sein.

 

Meine Antwort auf eine Kritik am Kapitalismus, die in einer Facebook-Gruppe gepostet wurde

Zitat von Michael Parenti: „Das Ziel einer guten Gesellschaft ist es, die sozialen Beziehungen und Institutionen so zu gestalten, daß kooperative und großzügige Impulse belohnt werden, während unsoziale Impulse entmutigt werden. Das Problem mit dem Kapitalismus ist, daß er den schlimmsten Teil von uns am meisten belohnt: rücksichtslose, wettbewerbsorientierte, hinterhältige, opportunistische, gewinnsüchtige Triebe, während Ehrlichkeit, Mitgefühl, Fairneß, viele Formen harter Arbeit, Liebe zur Gerechtigkeit und die Sorge um die Bedürftigen wenig belohnt und oft bestraft werden – oder zumindest stark benachteiligt sind.“

Obwohl ich denke, daß einige Ihrer Bedenken gegen den Kapitalismus berechtigt sind, bin ich auch der Meinung, daß der Kapitalismus die produktiven Fähigkeiten des Einzelnen und der Gesellschaft freisetzt und daher allen zugute kommt und das Gute fördern kann. Ich bin auch der Meinung, daß freie Märkte wahrscheinlich eine Voraussetzung für viele unserer anderen Freiheiten sind, die so wichtig sind. Ich denke, daß Adam Smith die (ironischen) Vorteile des Kapitalismus in seiner Theorie der „unsichtbaren Hand“ gut zum Ausdruck gebracht hat:

„… jeder einzelne … fördert … in der Regel nicht bewußt das Allgemeinwohl, noch weiß er wie hoch der eigene Beitrag ist. … [er denkt] nur an die eigene Sicherheit … [er strebt] lediglich nach eigenem Gewinn. Er wird in diesem wie auch in vielen anderen Fällen von einer unsichtbaren Hand geleitet, um einen Zweck zu fördern, der keineswegs in seiner Absicht lag. Es ist auch nicht immer das Schlechteste für die Gesellschaft, daß dieser nicht beabsichtigt gewesen ist. Indem er seine eigenen Interessen verfolgt, fördert er oft diejenigen der Gesellschaft auf wirksamere Weise, als wenn er tatsächlich beabsichtigt, sie zu fördern.“

 

Die Grenzen der Rache: The Batman (2022)

Gestern abend habe ich mir den neuesten Batman-Film angesehen. Normalerweise würde ich mir in diesem Stadium meines Lebens keinen Batman-Film ansehen, aber ich habe ihn auf Drängen meiner Tochter geschaut. Ich würde sagen, der Film war überdurchschnittlich gut für einen Batman-Film, aber das Ende ist wirklich neu und sehr bewegend, es hat eine sehr ungewöhnliche Botschaft für einen Film wie diesen und ist sehr heilsam. Der Film ist unterhaltsam genug, es gibt viele gute Schauspieler darin, er ist gut geschrieben, es gibt viele Wendungen in der Handlung und er ist drei Stunden lang! Aber Ihr solltet ihn euch ansehen, denn ich denke, er ist zumindest ein kleiner Meilenstein in der Filmgeschichte. Die Botschaft am Ende ist ungewöhnlich und sehr erhebend.

Der Film handelt von der Natur der Gerechtigkeit. Man hätte ihn auch „The Batman: Und was ist mit der Liebe?“ nennen können. Oder man könnte ihn „Liebe und Rache“ nennen. Das Hauptthema des Films ist Rache und wie sie sowohl das Gute als auch das Böse motivieren kann.

Eine Zeile aus dem Film:

„Rache wird die Vergangenheit nicht ändern, weder meine noch die eines anderen. Unsere Narben können uns zerstören. Aber wenn wir sie überleben, können sie uns verändern, sie können uns die Kraft geben, durchzuhalten und zu kämpfen.“

Es gibt zwei Handlungsstränge, in denen es um die Beziehungen einer Frau und eines Mannes zu ihren Vätern geht. Außerdem geht es darum, was es für zwei verschiedene Figuren bedeutet, Waisen zu sein, und was es für eine dritte Figur bedeutet, eine komplexe und schmerzhafte Beziehung zu einem Elternteil zu haben, was im Grunde wie ein Waisendasein ist.

Der Film enthält die übliche Handlung von Heldentum und Gerechtigkeit und Gut und Böse, aber er webt auch auf subtile Weise eine Botschaft ein, die das Beste aus Konservativismus und Liberalismus vereint.

Der Film hebt auch die Bedeutung des Unterschieds zwischen Rache und Gerechtigkeit hervor.

Diese Themen werden auf subtile Weise auf die gesamte Frage der sozialen Gerechtigkeit angewandt, und wie ich schon sagte, kommt er zu einer Schlußfolgerung, die das Beste aus Konservatismus und Liberalismus vereint. Sehr ungewöhnlich! Vielleicht ein Zeichen dafür, daß noch viel Gutes kommen wird.

Es geht auch um Selbstaufopferung und das Leben für andere. Die Botschaft am Ende ist wunderschön, berührend und erbaulich. Eigentlich ein bißchen wie eine Christus-Parabel und auch ein bißchen wie ein Western wie Shane (Mein großer Freund Shane, 1953).

 

 

zuletzt geändert
17.11.22

 

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