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ORANUR-PHYSIK

 

 

Eine Entdeckung nach der anderen widerlegt die Urknalltheorie - die gleichzeitig immer mehr als unumstößliche Wahrheit gehandelt wird. Wie läßt sich eine derartig antiwissenschaftliche Grundhaltung erklären? Reich hat in Die kosmische Überlagerung gezeigt, daß die Geschehnisse im Universum funktionell identisch sind mit der orgonotischen Strömung im ungepanzerten Menschen und der Genitalen Überlagerung. Im Anschluß daran haben Konia und Harman ein weiteres Element organismischen Funktionierens, die auf der Orgasmusfunktion beruhende Zellteilung, im extragalaktischen Geschehen aufgezeigt. Die angeblich von der Lebenssphäre des Menschen so weit entfernte Astronomie hintertreibt derartige Erkenntnisse systematisch und beschützt damit wie keine andere Wissenschaft die Ideologie der gepanzerten Gesellschaft.

 

 

ÜBERLAGERUNG UND TEILUNG IN GALAKTISCHEN SYSTEMEN

Peter Nasselstein

 

Ein anderes aber ist Handwerken, ein anderes Bilden von Organismen. Jenes ist das dem Menschen eigentümliche Verfahren. Es besteht im Zusammensetzen von Materieteilen, die so zurechtgeschnitten sind, daß sie ineinandergreifen und sich eine gemeinsame Wirkung abnötigen lassen. Man gruppiert sie gewissermaßen rings um die Wirkung, die von vornherein ihren ideellen Mittelpunkt bildet. Handwerken also geht von der Peripherie zum Mittelpunkt oder, wie der Philosoph sagen würde, von der Vielheit zur Einheit. Umgekehrt geht das Werk der Organisation vom Zentrum zur Peripherie. An einem beinahe mathematischen Punkt beginnend, pflanzt es sich in konzentrischen, immer breiteren und breiteren Wellen fort. Handwerken ist um so wirksamer, über eine je größere Materiemenge es verfügt. Sein Weg ist Konzentration und Verdichtung. Umgekehrt hat der lebenbildende Akt etwas Explosives: nur des geringst möglichen Raumes und eines Minimums von Materie bedarf er am Ausgangspunkt, gleichsam als träten die organischen Kräfte nur widerwillig in die räumliche Welt ein.

Henri Bergson (4:124)

 

 

Im obigen Zitat aus Bergsons Schöpferische Entwicklung geht es um den Gegensatz zwischen menschlichem Handwerk, das zusammenfügt (d.h. Überlagerung im Bereich der Arbeitsenergie - vgl. Ökonomie und Sexualökonomie), und der "explosionsartigen" Entwicklung der Organismen, die sowohl onto- als auch phylogenetisch auf ständiger Teilung beruht (vgl. Biologische Entwicklung aus orgonomischer Sicht).

Über die Evolutionstheorie des beginnenden 20. Jahrhunderts schrieb Bergson: "Etwas höchst Einfaches wäre die Entwicklungslehre, und rasch hätten wir ihre Richtung bestimmt, wenn das Leben - der Vollkugel gleich, die eine Kanone entschleudert - nur eine einzige Bahn beschriebe. Hier aber haben wir es mit einer Bombe zu tun, die sofort in Stücke geborsten ist; Stücke, die, weil sie selbst eine Art Bomben sind, auch ihrerseits, und in wieder zum Bersten bestimmte Stücke, zersprangen" (4:129). - Gemäß dem astronomischen Forschungsstand Anfang der 1950er Jahre hat sich Reich, weitgehend im Rückgriff auf den damals führenden Astronomen Harlow Shapley (29), bei seiner Beschreibung der "Evolution" von Galaxien einseitig am Aspekt der "einzigen Bahn" orientiert und wurde dergestalt ihrer "explosiven" Dynamik nicht gerecht (26).

Konia (19), inspiriert durch das erste Buch des Astronomen Halton C. Arp Quasars, Redshifts and Controversies (1), und im Anschluß daran Harman (13, 14), der sich an Arps zweitem Buch Seeing Red (2) orientierte, haben Reichs Ansatz um den wahrhaft lebendigen Aspekt der "Teilung" ergänzt und komplementiert. In diesem Zusammenhang wird es auch möglich, die von Reich selbst noch nicht berücksichtigten Erkenntnisse, die aus seinem ORANUR-Experiment erwachsen sind, in eine orgonomische Interpretation des extragalaktischen Geschehens einzuordnen.

 

 

1. Die Galaxien

1.a. Der kosmische Orgonenergie-Ozean

1964 fingen Arno Penzias und Robert Wilson zufällig ein "Störgeräusch" aus dem All auf: das "2.7 K-Mikrowellen-Strahlungsfeld", welches das gesamte Universum ausfüllt. Für ihre Entdeckung erhielten die beiden 1978 den Nobelpreis. Irrtümlicherweise, denn 1992 wiesen zwei französische Physiker darauf hin, daß Emile LeRoux bereits 1955 auf die Hintergrundstrahlung gestoßen war, als er sich mit dem Problem des Rauschens und der Empfindlichkeit von Radioempfängern beschäftigte. Bezeichnenderweise hatte weder LeRoux selbst noch irgend jemand anderes diese Entdeckung beachtet, die er 1956 in seiner Doktorarbeit publizierte. Das zeigt, wie wenig die Schulphysik mit diesem kosmischen Störgeräusch, einem typischen "Schmutzeffekt", anfangen konnte. Es war einfach kein Platz für es vorgesehen. Genauso wie LeRoux wären auch Penzias und Wilson nicht beachtet worden, wenn sich nicht zur gleichen Zeit ihr Kollege P. James Peebles mit den Theorien von George Gamow beschäftigt hätte. Gamow hatte 1948 von einem "heißen Urknall" gesprochen, der ein Nachglühen zwischen 5 und 50 Kelvin hinterlassen haben müsse.

Das Spektrum des Mikrowellen-Hintergrundes, das nach neueren Messungen sein Maximum bei 2.728 Grad über dem absoluten Nullpunkt hat, entspricht dem eines idealen Schwarzen Körpers. Das Strahlungsfeld ist im Raum bemerkenswert gleichförmig verteilt. Zwar weiß man seit 1989, daß die Hintergrundstrahlung eine "Rippenstruktur" hat, doch im Durchschnitt betragen diese offenbar zufälligen Abweichungen von der mittleren Temperatur des Mikrowellenhintergrundes ein hunderttausendstel Kelvin. Kein Wissenschaftler würde diese lächerlich geringen Abweichungen beachten, wenn sie nicht als Repräsentanten jener Dichteschwankungen interpretiert würden, die 400 000 Jahre nach dem Urknall vorhanden gewesen seien, als sich die Strahlung von der Materie entkoppelte, und denen das expandierende Weltall angeblich seine jetzige Struktur verdankt.

Eine ganz andere Größenordnung hat eine systematische Abweichung, die ein Jahrzehnt zuvor, 1977, entdeckt worden war: eine "Dipol-Anisotropie" des Mikrowellenhintergrundes, die auf der kosmischen Bewegung von Sonnensystem und Milchstraße beruht. Im Strahlungsfeld führt sie in Flugrichtung zu einer Blau- bzw. im Lee zur Rotverschiebung. Man sprach in diesem Zusammenhang sogar von "der neuen Ätherdrift", weil nun gelang, was hundert Jahre zuvor im berühmten Michelson-Morley-Experiment vergeblich versucht worden war: die Bewegung der Erde durch den "Äther" zu messen. Das Sonnensystem bewegt sich mit 400 Kilometern pro Sekunde durch den Mikrowellenhintergrund, die Milchstraße als ganzes mit 600.

Tatsächlich gibt es in der Astronomie überhaupt kein kosmisches Materiesystem, das sich gegenüber dem primordialen Strahlungsfeld in Ruhe befände. Aus Sicht der Urknalltheorie, der zufolge das Weltall wie ein Hefeteig uniform "aufgeht", ist dieses Durcheinander von großräumigen Bewegungen schlichtweg unerklärlich (9:43). Entgegen dem Propagandabild, das die Astronomen von ihr zeichnen, vertritt die Urknalltheorie nämlich ein statisches Modell des Universums: die Galaxien selbst bewegen sich nicht, nur der Raum dehnt sich aus, etwa so wie sich Häuser auf einer "expandierenden Erde" voneinander entfernen würden - und doch fest im Boden verankert blieben. Tatsächlich ist das Weltall jedoch ein dynamischer, von Pulsationen bestimmter und von Strömungen durchzogener Organismus!

Eine interessante Alternativerklärung für das angebliche "Nachglühen" des Urknalls stammt von dem Astrophysiker Martin J. Rees, der den Mikrowellenhintergrund als Ausdruck des Ordnungsgrades, also der Entropie des Universums auffaßt. Betrachtet man die Materieverteilung im Weltall und überlegt sich, daß diese Ordnung infolge der Gravitationswirkung eines gleichmäßig verteilten Gases auf sich selbst entstanden sein muß, stellt sich die Frage, wo die bei der Kontraktion freigewordene Gravitationsenergie geblieben ist. In den Photonen der Hintergrundstrahlung! Rees' Kollege Hans Jörg Fahr führt aus: "Es wird dann leicht ersichtlich, daß der Strukturierungsgrad der kosmischen Materieverteilung sich letztlich in der Intensität und Spektralverteilung der kosmischen Hintergrundstrahlung widerspiegeln muß, daß letztere also nichts anderes ist als ein geeigneter Entropieindikator für die kosmische Materieverteilung, an der man den Ordnungszustand der kosmischen Ruhemassen ablesen kann. Die Temperatur der Hintergrundstrahlung wäre demnach also kein Maß für die jeweilige Größe der Welt (wie die Urknalltheorie behauptet, PN), sondern für deren Ordnungsgrad!" (8:316).

Diese Theorie verweist auf die denkbar einfache orgon-energetische Erklärung des Mikrowellenhintergrundes: Konia zufolge ist er eine direkte Äußerungsform der negativ-entropischen kosmischen Orgonenergie, repräsentiert also sozusagen die "Grundwärme" des kosmischen Organismus, sozusagen seine Körperwärme. Wie Reich 1940 zum ersten Mal feststellte, ist es innerhalb eines Akkumulators wärmer als außerhalb (To-T), weil in ihm die Orgonenergie in einer höheren Konzentration vorliegt. Ähnlich muß sich die "Grundkonzentration" im Weltall äußern. Jedenfalls bewegt sich das von Reich gemessene To-T in der Größenordnung der 2.7 K-Mikrowellenstahlung (17). Hinzuzufügen wäre, daß die Photonen dieser Hintergrundstrahlung mehr als 99% aller Photonen im Universum ausmachen!

Daß die Weiten des Weltalls mit Orgonenergie angefüllt sind, wird auch anhand einer kosmischen Entsprechung zu den "Hitzewellen" und zum Sternenfunkeln in der Erdatmosphäre deutlich (vgl. 25 und 24). In der Radioastronomie beobachtet man bei punktförmigen Himmelsquellen seit Jahrzehnten eine "Szintillation", die angeblich durch das interstellare Gas hervorgerufen wird. Die Radioquelle "funkelt" wie ein Stern bei unruhiger Luft (11:94).

In diesem kosmischen Orgonenergie-Ozean bewegen sich die Galaxien als die natürlichen Einheiten der Materie. Es sind Bereiche, in denen die Orgonenergie so zusammengeballt ist, daß Materie aus der materiefreien Orgonenergie herauskondensieren kann. Sie sind die funktionelle Entsprechung der Bione, wenn natürlich auch auf einer ganz anderen Größenebene, aber solche Skalenunterschiede spielen bei orgon-energetischen Funktionen keine Rolle (12:25). Diese funktionelle Identität wird beispielsweise an ihrem Energiefeld evident: 1986 gelang der Nachweis eines seit langem postulierten kugelförmigen Halo aus 100 000 Kelvin heißem Plasma, die unsere Milchstraße umgibt. Jedenfalls interpretierte man so das Feld aus ultravioletter Strahlung, das unsere Galaxie einhüllt. Reich hat die bräunende, d.h. UV-Wirkung der Strahlung beschrieben, die von den SAPA-Bionen ausging, an denen er die Orgonenergie entdeckt hat (24).

 

1.b. Die Rotation der Galaxien

Ab 1970 ist den Astronomen, hier ist insbesondere Vera C. Rubin zu nennen, dank der verbesserten Beobachtungsinstrumente aufgefallen, daß die Galaxien sich nicht wie unser Sonnensystem nach den Keplerschen Gesetzen verhalten. Statt, daß mit wachsender Entfernung vom Zentrum die Rotationsgeschwindigkeit abfällt, kreisen die äußeren Sterne mit etwa der gleichen Geschwindigkeit um das Zentrum der Galaxie wie die inneren.

Überträgt man das Verhalten der Sterne in Galaxien auf das Sonnensystem, würden alle Planeten mit der gleichen Geschwindigkeit um die Sonne kreisen. In einem solchen Falle stellte sich die Frage, woher z.B. Pluto die ungeheure Energie nähme, die ihm (der normalerweise fast zweieinhalb Jahrhunderte braucht, die Sonne zu umkreisen) ermögliche, mit Merkur (der 88 Tage benötigt) Schritt zu halten. Außerdem müßten ihn die bei dieser Wahnsinnsgeschwindigkeit auftretenden Fliehkräfte immer weiter von der Sonne wegtragen. Oder mit anderen Worten: die Schwerkraft allein reicht nicht aus, um die Fliehkraft der Galaxien zu kompensieren, Sterne und Gase würden hinausgeschleudert werden.

Die Standarderklärung lautet, daß es sich bei der Energie, die die äußeren Sterne der Galaxien einerseits antreibt und andererseits an die Galaxie bindet, zwar doch um gewöhnliche Schwerkraft handelt, nur daß sie nicht, wie in Keplerschen Systemen, aus dem Zentrum stammt, sondern von der Peripherie. Demnach seien die Galaxien von einem Halo aus einer mysteriösen, (für unsere Instrumente noch) unsichtbaren "Dunkelmaterie" umgeben, die das zehn- bis hundertfache der sichtbaren Masse beträgt. Man vergleiche das mit unserem Sonnensystem, wo das Verhältnis zwischen Sonne (sichtbare Materie) und ihren Planeten ("Dunkelmaterie") nur 1 zu 0.0013 beträgt!

Die Dunkelmaterie, die angeblich die Dynamik der jeweiligen Galaxie bestimmt, muß in ihrer Verteilung feinstens auf die leuchtende Materie abgestimmt sein, denn im Zentrum benötigt man keinerlei Dunkelmaterie, dafür aber um so mehr am äußeren Rand - was offensichtlich allen Gravitationsgesetzen zuwiderläuft. Außerdem zeigt sich ausgerechnet an der Peripherie der Galaxie besonders deutlich, daß die Rotationsgeschwindigkeit von der Leuchtkraft abhängt (die sogenannte "Tully-Fisher-Beziehung") - also dem genauen Gegenteil von "dunkler Materie"! Hinzu kommt, daß sich die Sterne, die sich oberhalb und unterhalb der galaktischen Scheibe senkrecht zur galaktischen Ebene bewegen, im Gegensatz zu den Sternen in der Scheibe, sich in vollkommener Übereinstimmung mit der sichtbaren Masse und den klassischen Gravitationsgesetzen verhalten.

Konia hat darauf hingewiesen, daß sich hinter der ominösen Dunkelmaterie, die angeblich für die "ungesetzliche" Rotation der Galaxien verantwortlich ist, nichts anderes als die kosmische Orgonenergie verbergen dürfte. Genauer gesagt ist es der von Reich in Die kosmische Überlagerung beschriebene "Galaktische Orgonenergie-Strom", der für die hohe Rotationsgeschwindigkeit der äußeren Sterne verantwortlich ist.(1) Je näher wir dem Kern der Galaxie kommen, desto mehr Masse wird erzeugt, deren mechanische Gravitationsgesetze zunehmend vorherrschend werden (18).

Entsprechend sieht die "Rotationskurve" einer typischen Galaxie aus, wenn man sie von innen nach außen betrachtet. Nach einem steilen Anstieg der Rotationsgeschwindigkeit von Null auf einen Maximalwert, was auf eine Kernregion hindeutet, die sich (entsprechend der Sonne in unserem Sonnensystem) wie ein massiver Körper verhält, fällt die Rotationsgeschwindigkeit wie bei einer typischen "Keplerkurve" wieder ab, doch sehr bald steigt die Kurve wieder an, so als würde sie durch einen anderen Mechanismus aufgefangen, und bleibt dann, abgesehen von leichten Wellenbewegungen, konstant auf einem Niveau. An der Rotationskurve kann man also, diesmal von außen nach innen betrachtet, die Entwicklung verfolgen von rein orgonenergetischen Gesetzmäßigkeiten zu den Keplerschen Gravitationsgesetzen (die teilweise immer noch den Charakter des Orgonomischen Potentials in sich tragen - vgl. Quantitative Orgonometrie) und schließlich zur im wahrsten Sinne des Wortes "starren" Mechanik kompakter Körper.

Es ist für die mechanistische Physik bezeichnend, daß sie diese funktionell so überaus erhellende Rotationskurve, die uns viel über das Verhältnis der masselosen Orgonenergie zur trägen Materie sagt, wegerklärt, indem sie Galaxien in einen Panzer aus kompakter Dunkelmaterie einsperrt. Der Astronom Robert H. Sanders hat die Schichten aus diesem überweltlichen Stoff, die sich angeblich um die Galaxien lagern, mit dem "verwickelten System der 'Kristall-Sphären'" der mittelalterlichen Astronomie verglichen. Es werde eines Tages unter seinem eigenen Gewicht zusammenfallen (5:293).

Dunkelmaterie ist nicht nur wegen Verletzung des Keplerschen Gesetzes notwendig, sondern auch wegen der Frage, was eigentlich die dünne galaktische Scheibe zusammenhält, denn nach den klassischen Gesetzen wäre diese dünne Scheibe instabil, wenn sie nicht in eine Sphäre aus Dunkelmaterie eingebettet wäre (31:226). Sehr viel naheliegender ist es jedoch, die Scheibe als ein dynamisches Phänomen zu betrachten, d.h. als ein durch einströmende Orgonenergie aktiv aufrechterhaltene Struktur, die die Tendenz hat, sich im Laufe der Entwicklung der Galaxien so aufzulösen, daß diese immer kugelförmiger werden und die Scheibe eine immer geringere Rolle spielt.

Diesem Szenario ("von scheibenförmig zu kugelförmig") entspricht eine energetische Entwicklung: am Anfang herrscht frische Orgonenergie vor, die durch Überlagerung hereinströmt (Orgonomisches Potential), am Ende dominiert immer mehr abgestorbene Orgonenergie (DOR) das Bild. Da aber immer wieder frische Orgonenergie in das System fließt, kann es zu heftigen ORANUR-Reaktionen kommen, die eine ähnliche schöpferische Dynamik entwickeln, wie wir sie in jungfräulichen Galaxien beobachten. Mehr dazu im Verlauf dieses Aufsatzes.

 

1.c. Die Spiralstruktur der Galaxien

Die in Abschnitt 1.b. erläuterte orgonenergetische Erklärung der Rotation der Spiralgalaxien wird durch die auffällige Struktur unterstützt, die ihnen den Namen gab. Bezeichnenderweise besitzen die Spiralarme gegen allen äußeren Anschein keine materielle Identität. Ständig fließen Sterne und Gase quer durch die Arme hindurch, die demnach mehr als eine Art von "Staustellen" zu betrachten sind. Sie umlaufen die Galaxie unabhängig von deren Rotation, so daß das vorne in die Spiralarme sich hineinbewegende Gas zusammengedrückt wird und sich schließlich an der gegenüberliegenden Kante des Armes junge Sterne und Bereiche voll ionisiertem Wasserstoff (HII-Gebiete) bilden.

Die gängige, "offizielle" Astronomie (und von der ist im folgenden stets die Rede, wenn von "Astronomie" gesprochen wird) kann weder erklären, wie diese "Dichtewellen" entstehen, noch was sie zusammenhält. Sie ringt mit der sogenannten "Energiedissipation", die durch den Aufprall der interstellaren Materie aus dem Zwischenarmgebieten an der Innenseite der Spiralarme verursacht wird. Wegen dieses ständigen Energieverlusts müßte "ein sich selbst überlassenes Dichtewellenmuster in einer Milliarde Jahren oder acht Spiralumläufen verschwinden" (22:267). Dieses Energieproblem kann nur Reichs Konzept der Überlagerung lösen.

Reich hat seine Theorie der Galaxienentwicklung seit Anfang der 1940er Jahre ausgearbeitet und dann 1951 im Kapitel "Überlagerung bei galaktischen Systemen" seines Buches Die kosmische Überlagerung auf vier Druckseiten geschriebenen Textes dargelegt (26:69-82). Reichs Ausgangspunkt sind die genitale "Überlagerung" im Tierreich, mikroskopische Beobachtungen bei Bion-Präparaten und Mikroorganismen, direkte Beobachtung der atmosphärischen Orgonenergie und schließlich die damals neuen Radarbilder von spiralförmigen Wirbelstürmen.(2) Daraus schloß Reich auf die Grundform der Überlagerung: Zwei voneinander unabhängige Orgonenergie-Ströme ziehen sich wechselseitig an, bis sie sich "überlagern" und verschmelzen. Dabei formt sich ein Gebilde, das einem lebendigen orgonotischen System ähnlich ist, mit einem harten "Kern", einer "Peripherie" und einem "Energiefeld". Zunächst käme es in der Mitte des Systems zu kleineren Überlagerungen und zur Bildung von Sternen und von dort aus würde die Umwandlung von Energie zu Masse nach außen hin fortschreiten.

Demnach stehen die Spiralen für einen Energiefluß zwischen der weiteren Umgebung der Galaxie und der zentralen Ausbuchtung, dem Bulge. Beispielsweise ist in der Spiralgalaxie NGC 1667 "Staub zu erkennen, der sich spiralförmig in Richtung Zentrum der Galaxie bewegt. Ein ähnliches Phänomen scheint bei NGC 3982 am Werke zu sein. Wie dieser Mechanismus allerdings im Detail funktioniert, bleibt vorerst unklar (...)" (11:81). In der Milchstraße gibt es eindeutige Hinweise darauf, daß sich die äußere Spiralstruktur im Kern fortsetzt: das Zentrum unserer Galaxie sieht selbst aus wie eine kleine Spiralgalaxie von 10 Lichtjahren Durchmesser. Man spricht von der "Minispirale".

Im Verlauf dieses Artikels werden wir jedoch sehen, daß man, insbesondere was die Galaxiekerne betrifft, nicht alles mit Überlagerung erklären kann. Und auch in ihrer Gesamtheit werden Galaxien nicht ausschließlich von Überlagerung bestimmt, was beispielsweise die Spiralgalaxie NGC 4622 zeigt, die sich "falsch herum" dreht. Offenbar hat etwas die Drehrichtung der beiden äußeren Spiralarme so gestört, daß sie sich entgegen ihrer Wölbung drehen, d.h. in Rotationsrichtung weisen. Was das sein könnte, nämlich sozusagen das Gegenteil der Überlagerung, wird später deutlich werden. An dieser Stelle ist wichtig, daß ein innerer schwächer ausgeprägter Arm in die richtige Richtung weist, so als versuche sich die Überlagerungsfunktion wieder durchzusetzen. In diesem Sinne widerspricht NGC 4622 nicht Reichs Theorie, sondern unterstützt sie.

 

 

2. Die Klassifikation der Galaxien

2.a. Spiralgalaxien

1926 hat Hubble die Galaxien in zwei Hauptklassen eingeteilt: normale Spiralgalaxien (Sc, Sb, Sa) und Elliptische Galaxien (E). 1936 postulierte er die "S0-Galaxien", um die Lücke zwischen den S- und den E-Galaxien zu schließen. Außerdem werden wir uns im Verlauf des Artikels mit den Irregulären Galaxien (Irr) und den Balkenspiralen (SB) beschäftigen. Zunächst eine Aufstellung deren Bedeutung sich im Laufe des Artikels vollständig erschließen wird:

 

Irr Sc Sb Sa S0 E
Bulge keiner klein größer groß Bulge + nur Bulge
Scheibe ohne Scheibe
Spiralarme keine, bzw. offen, geöffnet, dicht, keine keine
angedeutet klumpig locker glatt
Gas/Staub 10-50% 5-10% 2-5% ~1% fast kein fast kein
Gas Gas
Junge Sterne überwiegen viele wenige einige keine keine
Farbe(3) blau bläulich gelb rötlich rot rot

(nach 22:310)

 

Bei aller Typisierung ist jedoch hervorzuheben, daß jede einzelne Galaxie ihre Besonderheiten hat, welche sie zu einem unverwechselbaren Individuum macht, das sich nur widerwillig in Klassifikationen einordnen läßt. Das unterstreicht nur wieder die "lebendige" Natur der Galaxien.

Hubbles Klassifikation der Galaxien beruht auf ihren morphologischen Eigenschaften. Wobei aber gesagt werden muß, daß Galaxien in unterschiedlichen Bereichen des Spektrums auch unterschiedlich aussehen können. Im Roten erscheinen die Spiralen stetiger und glatter als im Blauen. Beispielsweise vermittelt die "Sc-Galaxie" NGC 309 im Infraroten das Bild einer Balkenspirale von einem vollkommen anderen Typus ("SBa-Galaxie"). Zur Klassifikation hat man sich auf Blauaufnahmen im Wellenlängenbereich von 440 nm geeinigt. Allein schon das, d.h. die Verbindung zur blauen Orgonenergie, macht Hubbles Klassifikation für die Orgonomie attraktiv.

Reich beschreibt fünf Phasen in der Entwicklung der Galaxien, die im folgenden mit Hubbles Klassifikation korreliert werden sollen. Die Anfangsphase ist gekennzeichnet durch sich frei im Weltall bewegende Orgonenergie-Ströme, die noch ungeformt und strukturlos sind. Es gibt noch keine Dichtepotentiale, die zur Akkumulation von Energie an einem Ort führen könnten. Als Beispiel für diese Phase gibt Reich die Große Magellansche Wolke, eine "Irreguläre Galaxie" (Irr) an. Da diese "Wolke" reich an diffus verteiltem Gas und Staub ist, also dem Material, aus dem nach mechanistischer Meinung die Sterne gebildet werden, paßt sie auf den ersten Blick gut in Reichs Entwicklungsreihe. Doch außerdem befinden sich in ihr etwas mehr als zwei Milliarden Sterne. Neben sehr jungen und leuchtkräftigen bläulich weißen auch sehr alte gelbe, orange und rote Sterne, sogar Kugelsternhaufen mit uralten Sternen. Von Materie und gar alten Sternen ist in Reichs erster Phase aber natürlich keine Rede. Manche Astronomen wollen in ihr sogar eine SBc-Galaxie, also eine (nach unserer Theorie) junge Balkenspirale erkennen!

Aus der inneren Logik der Reichschen Ausführungen heraus ist es jedoch zwingend, daß wir es in der ersten Phase mit praktisch unsichtbaren intergalaktischen Orgonenergie-Strömen zu tun haben, keinesfalls mit solch komplizierten Gebilden wie der Großen Magellanschen Wolke. Auf diese Problematik werden wir in Abschnitt 3.a. und Abschnitt 3.d. zurückkommen.

Mit der zweiten Phase beginnt die eigentliche Überlagerung, wie sie in der Spiralstruktur zum Ausdruck kommt. Wechselseitig nähern sich kosmische Orgonenergie-Ströme, überlagern sich und bilden einen Spiralnebel.

Die frühste Form von Galaxien sind diejenigen des Typ Sd, der nach Hubbles Tod eingeführt wurde, um besonders lichtschwache Galaxien mit sehr kleinem Kern und "knotigen" irregulären Armen zu kennzeichnen. Ein Paradebeispiel für eine Sd-Galaxie ist der "Dreiecks-Nebel" M 33 mit seinen locker zerfransten Spiralarmen und dem schlecht definierten und im Verhältnis zu den weit geschwungenen Spiralarmen sehr kleinen, wenn überhaupt vorhandenen, Kern. M 33 ist uns fast genauso nah wie unsere Partnergalaxie, der Andromeda-Nebel M 31. Unter guten Sichtverhältnissen kann man den Dreiecks-Nebel gerade noch eben mit bloßen Augen ausmachen. Damit hätten wir in unserer unmittelbaren Nachbarschaft, und nicht etwa am Rande des sichtbaren Universums (was in der Raumzeit "kurz nach dem Urknall" bedeuten würde), eine sich gerade erst formierende Galaxie, sozusagen einen kleinen Galaxien-Fötus vor uns.(4) Interessanterweise wurde von den Astronomen oft seine Ähnlichkeit mit der Großen Magellanschen Wolke herausgestrichen, die ja bei Reich die Rolle des "Galaxien-Fötus" spielt.

Reichs erstes Beispiel für die Überlagerung kosmischer Ströme ist die "Feuerrad-Galaxie" M 101, eine Sc-Galaxie. Er schreibt, daß mindestens vier Arme klar unterscheidbar sind und möglicherweise fünf oder sechs Arme das gesamte System bilden. Betrachtet man jedoch das Infrarotbild von M 101, das die Verteilung älterer Sterne zeigt, wird evident, daß es sich tatsächlich um nur zwei Arme handelt, was natürlich auch besser zu Reichs Überlagerungs-Theorie paßt (die Reich selbst mit seiner unnötigen Konzession an "mehrarmige" Galaxien verwässert hat). Heute geht die Astronomie ganz allgemein davon aus, daß die überwiegende Mehrzahl aller Spiralgalaxien zwei Arme besitzt. Nur vereinzelt werden Exemplare mit einem oder drei Armen gefunden.

Vergleicht man das Infrarotbild von M 101 mit den entsprechenden Ultraviolett- und Radiobildern, um zu sehen, wie z.B. der Wasserstoff verteilt ist, der als einfachstes Element höchstwahrscheinlich die energetischen Verhältnisse am klarsten widerspiegelt, zeigt sich eine Scheibe, die fast doppelt so groß ist, als das, was man im Infrarot- und selbst im optischen Bild sieht. Anhand des neutralen Wasserstoffs, der vor allem in der Verlängerung der Spiralarme zu erkennen ist, sieht man, wie die Orgonenergie ins System fließt und die optisch sichtbaren jungen Sterne und den interstellaren Staub erzeugt, um schließlich in einem hochenergetischen Kern zu enden, dessen Strahlung auf ungeheure Drücke und extrem heiße, massereiche Sterne hinweist.

Reich zufolge kommt es in der dritten Phase zu einer Annäherung und Verschmelzung im Zentrum der Spirale, "gefolgt von Konzentration und Mikroüberlagerung mit dem Ergebnis, daß Materie und ein zunehmend sich verhärtender Kern (Nukleus) entstehen" (26:72f). Wenn Reich damit meint, daß sich erst auf der Sb-Stufe Materie bildet, ist dies offensichtlich falsch! Trotzdem stimmt natürlich, daß die Kerne im Laufe der Entwicklung ständig anwachsen und daß beispielsweise bei M 101 die Verteilung der Molekülwolken und die Sternentstehungsrate zum Kern hin zunimmt. Was dank dieses Prozesses aus M 101, unserem Beispiel für die zweite Phase, werden wird, läßt sich an der bereits erwähnten übergroßen Sb-Galaxie M 31 ablesen, die unser Beispiel für die dritte Phase sein soll. Der Andromeda-Nebel M 31 enthält prozentual zehnmal weniger interstellares Gas als unsere Galaxie, die zwischen den Typen Sc und Sb steht. Dementsprechend ist in der Andromeda-Galaxie die Sternbildungsrate nicht sonderlich hoch. Auch der subjektive Farbeindruck bestätigt diesen "kosmopathischen" Prozeß, den man durchaus Parallel zu den Biopathien verstehen kann.

Allgemein sieht man bei den Galaxien der zweiten und dritten Phase, daß vor einem blaßblauen Untergrund (akkumulierte Orgonenergie) frisch aussehende rosafarbene Nebel und blaue Flecken auf den Spiralarmen wie auf einer Perlenkette aufgereiht sind (erregte Orgonenergie), während die Zentralregion eine ungesunde schmutzige Färbung hat (DOR). Je weiter wir der Entwicklungslinie, die Reich in Anlehnung an Hubble beschrieben hat, folgen, desto gelblich-brauner wird die Umgebung des Zentrums und schließlich die Galaxie in Gänze. Es entspricht in etwa der typischen Färbung des Horizonts in einer DOR-verseuchten Erdatmosphäre.

Die Astronomie beschreibt diesen Effekt mit dem "B-V-Farbindex", der von 0.6 bei Spiralgalaxien auf 1.0 bei Elliptischen Galaxien ansteigt. B steht für die Blauhelligkeit und V für die visuelle Helligkeit. Der Farbindex ist ein Maß für die Farbe eines Sterns und gibt die Differenz zwischen visueller und fotografischer Helligkeit an. Auf den alten Standardplatten erschienen nämlich rote Sterne schwächer als dem bloßen Auge. Entsprechend ist für ein rein weißes Objekt der Farbindex Null, während ein blaues Objekt einen negativen und ein rotes Objekt einen positiven Farbindex hat. Je niedriger demnach der Farbindex desto blauer das Objekt. Aus der Verdoppelung des Wertes können wir schließen, daß die Galaxien im Laufe ihrer Entwicklung freie "blaue" Orgonenergie verlieren.

 

2.b. Elliptische Galaxien

Der in Abschnitt 1.b. diskutierte Anstieg der Rotationskurve nach außen ist bei Sc- und Sb-Galaxien besonders ausgeprägt. Von Sc nach Sa winden sich die Spiralarme immer weiter auf, wobei die Scheibe kleiner und der Kern größer wird. Auch rotieren die Galaxien immer schneller. Von Sa nach S0 nimmt die Rotationsgeschwindigkeit wieder ab. Die Elliptischen Galaxien rotieren nur noch minimal, so daß sich die Sterne schließlich unabhängig voneinander, sozusagen "thermisch" bewegen. Weitgehend unabhängig von der Hubble-Sequenz wird die Beziehung von orgonotischer Ladung und Schnelligkeit der Rotation durch die bereits erwähnte Tully-Fisher-Beziehung unterstrichen: generell rotieren lichtstarke Spiralgalaxien schneller als lichtschwache.

Wegen einer breiten Streuung der Einzelwerte ist die Massenzunahme weniger eindeutig. Beschränkt man sich jedoch auf die großen Vertreter der einzelnen Gruppen, wird die Zunahme der Galaxienmasse evident, gleichzeitig nimmt der prozentuale Anteil der interstellaren Materie an der Gesamtmasse ab. Bei Sc-Galaxien ist die gesamte Scheibe voller Wasserstoff, während bei Sb- und schließlich Sa-Galaxien der Wasserstoff im inneren Teil der Scheibe langsam ausdünnt, d.h. Gas findet sich nur noch im Außenbereich, wo frische Orgonenergie nachströmt. Im Verlauf ihrer Entwicklung "verklumpen" Galaxien, d.h. was Gas und Staub betrifft dünnen sie aus und kondensieren vollständig zu Sonnen, die langsam ausbrennen und immer lichtschwacher werden.

Zwischen den lebendigen Spiralgalaxien und den toten Elliptische Galaxien liegt der "Übergangstypus" S0, der obwohl noch linsenförmig keine Spiralstruktur mehr besitzt. Ein typischer Vertreter ist der "Sombrero-Nebel" M 104. Auch die gängige Astronomie nimmt an, daß S0-Galaxien einst Spiral-Galaxien waren, die mit dem Verlust der Spiralstruktur die Fähigkeit verloren haben, neue Sterne zu erzeugen. In ihrer Farbe stehen sie genau zwischen den Sa- und den E-Galaxien. Das gleiche gilt für ihren Gehalt an interstellarer Materie. Damit repräsentieren S0-Galaxien die vierte Phase in Reichs Schema.(5)

Der Verlust der Spiralstruktur, der diese Phase kennzeichnet, scheint über verschiedene Übergangsstufen zu den Elliptischen Galaxien zu führen. Dabei tendiert das neutrale Wasserstoff dazu, sich in Ringen zu konzentrieren, die bei manchen S0-Galaxien gegen den Diskus gekippt sind. Bei 5% aller S0-Galaxien kommt es zu "polaren Ringen", d.h. Ringen die über die Pole der Galaxie gehen (polar-ring galaxies). Es gibt sogar S0-Galaxien in denen Sterne und interstellare Gase in entgegengesetzter Richtung um das Zentrum der Galaxie rotieren! (6:514f). Ähnliches findet sich in E-Galaxien (6:528f). Diese Vorhänge weisen auf eine tiefgreifende Störung in der Überlagerungs-Funktion hin, die immer chaotischer zu werden scheint, bis sich schließlich die Sterne ungeordnet durcheinanderbewegen.

Immerhin scheint die Überlagerung in Restfunktionen erhalten zu bleiben. Schon bei den ersten Beobachtungen bemerkte man in einigen wenigen Elliptischen Galaxien "kleine Filamente dunkler Materie, an denen helle blaue Sterne aufleuchten. Neuere Untersuchungen zeigen, daß vermutlich alle E-Galaxien eine schwache Scheibe aus Sternen enthalten" (30:429).

Nach Hubble war es üblich, E-Galaxien von "E7" (zigarrenförmig) bis "E0" (kreisförmig) zu klassifizieren. Doch diese Klassifikation ist viel zu sehr vom Blickwinkel des Beobachters abhängig. Weitaus funktioneller ist die Unterscheidung zwischen "zitronenförmigen" "disky Ellipsen" und den massereicheren und helleren "boxy Ellipsen", die eher wie Konservendosen aussehen. Bei den disky Ellipsen scheint frische Orgonenergie die Galaxien noch zu einer schwachen Drehung anzutreiben, während bei den boxy Ellipsen ein rein mechanisches Funktionieren die Oberhand gewinnt (6:199-201). Demnach müßten die boxy Ellipsen der tote Endpunkt der Galaxienentwicklung sein. Nicht ins Bild will passen, daß sie lichtstärker sind als die disky Ellipsen und sich die Sterne in ihnen zwar ungeordneter aber desto heftiger bewegen, was an die in Abschnitt 2.a. erläuterte Tully-Fisher-Beziehung gemahnt. Hieran sieht man wieder, daß eine gradlinige evolutionäre Entwicklung zwar ein sinnvoller Leitfaden ist, jedoch nicht der Weisheit letzter Schluß sein kann, da er nicht in der Lage ist, alle Einzelelemente zu erklären.

Zur fünften Phase schreibt Reich: "Bildung eines kugelförmigen Sternenhaufens aus einzelnen, bereits eindeutig abgegrenzten Sternen, die zum Zentrum des Sternenhaufens hin immer dichter beieinander liegen" (26:76). Reich verweist auf den Cluster M 13. Doch leider handelt es sich bei M 13 nicht um eine weit entfernte Galaxie, sondern um einen lokalen Kugelsternhaufen, der zu unserer eigenen Milchstraße gehört und nicht weiter als wir vom Galaxiekern entfernt ist! Auf diese Problematik kommen wir in Abschnitt 3.c. zurück.

 

2.c. Die Sternpopulationen

Aus astronomischer Sicht steht der Aufstellung der fünf Phasen ein gewichtiges Argument entgegen: die Verteilung der beiden Sternpopulationen I und II. Während sich bei den Spiralgalaxien die Scheibe aus Sternen der metallreichen jungen Sternpopulation I zusammensetzt, besteht ihr Kern aus der metallarmen, alten Sternpopulation II. Dabei steht in der Astronomie "metallreich" generell für Elemente ab der Kernladungszahl 6 (Kohlenstoff). Jedoch ist die photometrisch abgeleitete "Metallhäufigkeit" praktisch identisch mit der des Eisens, so daß dieser Begriff mehr ist als eine bloß willkürliche Übereinkunft.

Elliptische Galaxien setzen sich so gut wie ausschließlich aus der metallarmen Sternpopulation II zusammen. Die galaktische Sternpopulation würde demnach im Laufe der Entwicklung immer "metallärmer" werden, d.h. der Anteil an schwereren Elementen (sozusagen die "Schlacke der Sterne") würde Reichs Aufstellung zufolge abnehmen, statt, was doch im Rahmen seiner Theorie nur folgerichtig wäre, zuzunehmen. Immerhin ist zu konstatieren, daß, wenn man vom Kern absieht, innerhalb von einzelnen Spiralgalaxien ganz gemäß der orgonomischen Theorie der Metallgehalt vom Rande zum Zentrum um ungefähr den Faktor 3 zunimmt (30:405).

Daß jedoch, wie gesagt, im Verlauf der fünf Phasen der Metallgehalt der Galaxien nicht zunimmt, sondern abnimmt, ist einer der entscheidenden Gründe dafür, daß die Astronomie, trotz der nicht von der Hand zu weisenden inneren Logik die in Abschnitt 2.b. dargelegt wurde, die Elliptischen Galaxien als "junge Galaxien" betrachtet. Die Astronomen gehen heute davon aus, daß Galaxien als Spiralen ohne Bulges entstehen und sich dann (da die mechanistische Wissenschaft die Überlagerungsfunktion nicht kennt) durch Kollisionen zu Elliptischen Galaxien entwickeln, aus denen gegebenenfalls Spiralen mit Bulges werden können, die demnach "alte Galaxien" darstellen. Um glaubhaft zu machen, daß Elliptische Galaxien eine späte Entwicklungsform sind, müßte die Orgonomie einen Mechanismus angeben, durch den insbesondere Eisen, das stabilste Element überhaupt, spontan "aufgebraucht" wird.

Zunächst sei darauf hingewiesen, daß der hier geforderte spontane Zerfall von Eisen engstens mit dem negativ-entropischen Orgonomischen Potential zusammenhängen muß. Ein Aspekt des von der Astronomie vorausgesagten "Wärmetodes" (im heutigen Verständnis: im sich ewig ausdehnenden Universum wird es unvermeidlich immer dunkler und kälter) ist nämlich die Kondensation aller leichteren Elemente zu Eisen, bzw. der Zerfall aller schwereren Elemente zu Eisen. Hat Reich recht und es gibt einen Prozeß, der dem Zweiten Thermodynamischen Gesetz entgegenarbeitet, dann muß dieser auch die spontane Umwandlung von Eisen in leichtere Elemente beinhalten.

In Abschnitt 5.c. werden wir sehen, daß astrophysikalische Überlegungen, die mit dem hier diskutierten Problem zunächst nichts zu tun haben, es nahelegen, daß Materie mit der Zeit schrumpft. Ein derartiger Mechanismus könnte vielleicht mit dem Zerfall der schweren Elemente verbunden sein, da alle Atome, ob nun Wasserstoff oder das über 200 mal schwerere Uran, ungefähr gleich groß sind, so daß bei einer Schrumpfung zunächst die schwersten, also "dichter gepackten", Elemente nachgeben würden und zerfallen bis zuletzt nur noch Wasserstoff und Helium übrigbleiben. Doch dies muß vorerst Spekulation bleiben.

 

 

3. Sonderformen von Galaxien

3.a. Galaxien ohne Sterne

Die erst vor kurzem entdeckten "Dunkelgalaxien" und die seit den 1980er Jahren bekannten "LSB-Galaxien" lassen sich, jenseits der Hubble-Klassifikation, vielleicht weit besser in die erste und zweite Phase der Galaxienentwicklung einordnen, als die in Abschnitt 2.a. präsentierten Beispiele.

2000 wurde mit Radioteleskopen eine "unsichtbare Galaxie" entdeckt, die, wie sich später herausstellte, vollkommen frei von Sternen ist und damit so etwas wie eine "Dunkelgalaxie" darstellt. Robert Minchin von der britischen Cardiff University hatte damals den 50 Millionen Lichtjahre entfernten Virgo-Galaxienhaufen auf Wasserstoff-Gas hin untersucht und dabei die riesige Quelle VIRGOHI21 entdeckt. Wäre es eine normale Galaxie, sollte sie recht hell und bereits mit einem guten Amateurteleskop sichtbar sein. Die Beobachtungen des Wasserstoffs passen zu einer flachen rotierenden Scheibe, wie man sie bei einer Spiralgalaxie im sichtbaren Spektrum sieht. Offenbar überlagern sich bei VIRGOHI21 zwei kosmische Orgonenergie-Ströme, ohne daß es (bisher?) zur Formation von Sternen gekommen ist. Um die schnelle Rotation dieser "Gas-Galaxie" zu erklären, benötigt man tausend mal mehr Masse, als sie der Wasserstoff mit seinen beobachteten hundert Millionen Sonnenmassen zur Verfügung stellt. Die Astronomen greifen zur Dunkelmaterie (siehe Abschnitt 1.b.).

Ein ähnlicher Fall ist die 2003 in nur zwei Millionen Lichtjahre Entfernung von Joshua Simon von der University of Berkeley entdeckte rotierende Wasserstoffwolke HVC 127-41-330, mit ihren zwei weit ins All ausgreifenden "Galaxiearmen". Diese kleine "dunkle" Galaxie enthält ebenfalls (noch?) keine Sterne. Die Astronomen gehen davon aus, daß ihre Rotation die fast masselose Wolke auseinanderreißen würde, wenn sie nicht zu mindestens 82% aus Dunkelmaterie bestehen würde.

Die Low Surface Brightness Disk Galaxies (LSB) enthalten kaum Sterne, wenig schwere Elemente und strahlen einen auffällig hohen Anteil an blauem Licht ab. Blaue Orgonenergie? Typisch für diese Klasse von Galaxien ist die verhältnismäßig nah gelegene (31 Millionen Lichtjahre) lichtschwache Spiralgalaxie NGC 4625, die bei optischen Wellenlängen verhältnismäßig klein erscheint, im Ultraviolett-Bereich jedoch vier mal größer ist. Die weit ausladenden Spiralarme sind voller neuer heißer Sterne, die vor allem im ultravioletten Bereich strahlen. Zu den LSB-Galaxien werden wir in Abschnitt 5.b. zurückkehren.

 

3.b. Zwerggalaxien

Vom spontanen Eindruck her würde man die kleinen Begleiter der großen Galaxien, typischerweise extrem lichtschwache ellipsenförmige Zwerggalaxien, der fünften Phase der Galaxienentwicklung zuordnen. Neben einer unproportionalen Größendifferenz scheint der einzige Unterschied zwischen diesen Zwergellipsen und den großen Ellipsen der zu sein, daß sich die letzteren (in Übereinstimmung mit Reichs Theorie) nur sehr langsam bzw. gar nicht drehen, während die sehr kleinen E-Galaxien in ihrer verhältnismäßig schnellen Drehung eher den Bulges der Spiralgalaxien gleichen.

Es ist, als wäre hier die Überlagerungsfunktion, ähnlich wie bei den irregulären Galaxien, die wie gescheiterte Spiralgalaxien wirken (vgl. Abschnitt 3.d.), sehr aktiv. Beispielsweise bewegen sich die Sterne am Rande der sphäroiden Zwerggalaxie Draco derartig schnell, daß die Galaxie auseinandergerissen würde, wäre sie nicht, wie die Astronomen glauben, vom 100fachen ihrer Sternenmasse in Form von Dunkelmaterie umgeben.

Sieht man von dieser Lebendigkeit ab, spricht andererseits ein starkes Gefälle im Metallgehalt von Riesen- zu Zwergellipsen dafür, daß die Entwicklung bzw. der Zerfall der Riesenellipsen zu Objekten führen würde, die den Zwergellipsen weitestgehend entsprechen. Noch bessere Kandidaten wären die Kugelsternhaufen, die einen ähnlich geringen Metallgehalt haben und zudem nicht rotieren. Zwar wurde in Abschnitt 2.b. dargelegt, daß sich Reich in dieser Hinsicht u.a. deshalb geirrt hatte, weil die Kugelsternhaufen nicht frei als unabhängige Galaxien (-Reste) im All schweben, sondern noch immer integraler Bestandteil von großen Galaxien sind, doch 2000 haben Michael Drinkwater und sein Team am Anglo-Australian Telescope entdeckt, daß es sich bei bestimmten Objekten, die man bisher für Sterne unserer eigenen Milchstraße hielt, um "ultrakompakte Galaxien" (ultra-compact dwarfs, UCDs) handelt, die sich außerhalb des Milchstraßensystems in zig Millionen Lichtjahren entfernten Galaxienhaufen befinden.

In ihrem Aussehen ähneln diese ultrakompakten Zwerggalaxien den Kugelsternhaufen, besitzen jedoch eine weitaus höhere Leuchtkraft und sind um ein Vielfaches größer. Trotzdem drängen sich die mehrere zehn Millionen Sterne auf, für Galaxien, engstem Raum. Die Astronomen gehen gegenwärtig davon aus, daß es sich bei den UCDs um Kerne ursprünglich größerer Galaxien handelt, die ihre äußeren Sterne verloren haben. Ob sie die kläglichen Überreste einst gigantischer Riesenellipsen sind?

Zu den Zwerggalaxien sind auch die sogenannten "blauen kompakten Zwerge" zu rechnen, die allen möglichen Formen von Zwerggalaxien zugeordnet werden können. Angesichts ihres Gasreichtums und einem hohen Anteil an jungen blauen Sternen scheinen sie eine aktive Phase in der Entwicklung der Zwerggalaxien zu kennzeichnen, d.h. man kann sie den sogenannten "Starburst-Galaxien" zuordnen.

 

3.c. Kugelsternhaufen und Starburst-Galaxien

Nach diesen Ausführungen können wir nun daran gehen, M 13 einzuordnen. Wie bereits in Abschnitt 2.a. erläutert, gehört M 13 zu den rund 250 Kugelhaufen, die als Halo die Milchstraße wie eine Aura umgeben. Der Halo rotiert nicht oder zumindest sehr viel langsamer als die Scheibe. Die einzelnen Feldsterne, Staub, Gas und Kugelhaufen im Halo bewegen sich auf langgestreckten elliptischen Bahnen, deren Ebene stark gegen die Scheibenebene geneigt sein kann, um das Zentrum der Galaxie. Manche bewegen sich sogar entgegengesetzt zur allgemeinen Rotationsrichtung der Galaxie.

Bevor bei den Astronomen die Theorie dominierte, daß die Kugelsternhaufen sich am Rande einer kugelförmigen "Urwolke" herauskristallisiert hätten, die angeblich am Anfang der Entwicklung unserer Galaxie stand, neigten sie eher zur Theorie, daß die Galaxie einst ein nackter metallarmer Kern war, aus dem "Unterkerne" herausgeschleudert worden seien (eine Art "kleiner Urknall"), die dann kleinere "nackte" Sternensysteme, eben die Kugelhaufen, bildeten. Wir wollen uns weitgehend dieser älteren Theorie anschließen, wenn auch die energetische Dynamik der Überlagerung nahelegt, daß die Kugelsternhaufen zu allen möglichen Zeitpunkten in der Entwicklung der Galaxie aus dem Kern herausgeschleudert wurden (wir kommen in Abschnitt 4.a. darauf zurück). Jedenfalls gibt es im Halo der Milchstraße eindeutig unterscheidbar eine metallärmere, weit im Raum verteilte Population von Kugelsternhaufen und eine metallreichere, stärker zum Zentrum hin konzentrierte Population. Ist dies das Ergebnis zweier deutlich voneinander unterschiedener "aktiver" Phasen, in denen der Kern der Milchstraße Kugelsternhaufen in den Halo ausspuckte?

Unterstützt wird die These wiederholter, also auch neuerer, Ausstöße von Kugelsternhaufen durch deren widersprüchlichen Charakter. Das Hubble-Weltraumteleskop hat nämlich innerhalb der Kugelsternhaufen neben den von der Erdoberfläche aus beobachteten angeblich extrem alten roten Sternen, die der Sternpopulation im Galaxiekern entsprechen, auch extrem junge "Blaue Nachzügler" (blue stragglers) gefunden. Außerdem wurden Anfang der 1990er Jahre in Kugelsternhaufen, insbesondere in 47 Tucanae (NGC 104), Pulsare entdeckt, welche normalerweise als Überbleibsel junger Sterne betrachtet werden, die vor kurzem als Supernovae explodiert sind. (Ähnliche junge Sterne finden sich auch im Zentrum der Milchstraße. Von astronomischer Warte aus betrachtet sind sie genauso unerklärlich - vgl. Abschnitt 4.b.)

Neuere Beobachtungen von Kugelhaufen bei anderen Galaxien zeigen, daß es Kugelsternhaufen jeder Altersklasse gibt, darunter auch ganz junge und daß ihre Entstehung offenbar mit sogenannten "Starburst-Galaxien" zusammenhängt, d.h. Galaxien die durch eine vorübergehende Phase starker Sternentstehung gehen und meist durch eine hohe Infrarotstrahlung gekennzeichnet sind ("Infrarotgalaxien"). Diese Strahlung wird durch das Aufheizen von sehr dichtem interstellaren Gas verursacht. Die Astronomen erklären die hohe Gaskonzentration und die hohe Rate der Sternentstehung als Resultat von "Gezeitenkräften" sich begegnender und sogar kollidierender Galaxien. Durch die hohen Drücke würden auch neue Kugelsternhaufen entstehen können.

Arp zufolge haben wir es bei Starburst-Galaxien, wie etwa M 82, jedoch nicht mit Produkten von "Kollisionen" zu tun, sondern ganz im Gegenteil mit Teilung und Eruptionen aus dem Kern, bei denen Gas und Staub, aus denen neue Sterne entstehen, Quasare, aus denen neue Galaxien entstehen (siehe Abschnitt 4.d.), und wohl auch Kugelsternhaufen ausgestoßen werden - aus denen nichts entsteht.

Schließlich paßt ins Bild, daß mit (nach unserer Theorie) zunehmendem Alter der Galaxien die Menge der Kugelsternhaufen anwächst. Beispielsweise hat der, wie in Abschnitt 2.a. erläutert, alte und verbrauchte Andromeda-Nebel M 31 viel mehr Kugelhaufen als die im Vergleich junge Milchstraße. Entsprechend weisen Elliptische Galaxien erheblich mehr Kugelsternhaufen auf als Spiralgalaxien der gleichen Masse. Daß man mit der Vorstellung einer allzu gradlinigen Entwicklung jedoch vorsichtig sein muß, zeigt die extrem große E-Galaxie M 87, bei deren vielleicht 15 000 Kugelsternhaufen es sich, im Gegensatz etwa zu den alten der Milchstraße, um relativ junge blaue handelt.

 

3.d. Die Magellanschen Wolken

Wie in Abschnitt 2.a. angeschnitten, hat Reich die Magellanschen Wolken der ersten Phase der Galaxienentwicklung zugerechnet. Mit ihren zusammen 2.5 Milliarden Sternen sind sie nur 170 000 Lichtjahre von der Milchstraße (100 Milliarden Sterne, Durchmesser 75 000 Lichtjahre) entfernt. Durch eine Kette von Wasserstoffwolken, dem sogenannten Magellanschen Strom, sind sie mit ihr verbunden. Er ist ein etwa 100 000 Lichtjahre langes Filament, das sich immerhin über ein Viertel des Himmels erstreckt. Er endet in einer "Wasserstoff-Brücke", die die beiden Magellanschen Wolken miteinander verbindet. Im Unterschied zum Strom ist sie mit Sternen assoziiert.

Offenbar wurde hier ein Objekt aus der Milchstraße ausgestoßen, das den besagten Strom hinterließ und dann wie eine Silvesterrakete zerplatzte. Jedenfalls bewegen sich die beiden Wolken noch immer um einen gemeinsamen Massenschwerpunkt. Auf das Ergebnis eines Teilungsprozesses weist auch hin, daß die Kleine Magellansche Wolke sich gegenwärtig ihrerseits spaltet: ein Teil ihrer nur 200 Millionen Sterne bewegt sich zur Milchstraße hin, ein anderer von ihr weg.

Während man bei Spiralgalaxien Kugelsternhaufen nur im Halo (und allenfalls beim vorübergehenden Durchgang durch die Spiralebene) findet, bilden sie sich in Irregulären Galaxien, wie den Magellanschen Wolken, auch innerhalb der Galaxie. In der Großen Magellanschen Wolke finden sich etwa 50 Kugelsternhaufen, in der Kleinen etwa 20. Außerdem gibt es, anders als im Halo der Milchstraße, in den Magellanschen Wolken viele Doppel- und Mehrfachkugelhaufen, die aussehen, als wären sie Produkt einer Teilung. Auch dies weist darauf hin, daß von der Milchstraße einst ein Objekt ausgestoßen wurde, das sich bis heute immer weiter in Unterobjekte teilt. Anders als bei den ausschließlich alten Kugelsternhaufen der Milchstraße sind es bei den Magellanschen Wolken vorwiegend junge blaue Sternhaufen, daneben gibt es aber auch alte, die denen der Milchstraße entsprechen.

Manche Astronomen gehen davon aus, daß sich die Magellanschen Wolken gegenwärtig zu Elliptischen Zwerggalaxien entwickeln, während andere, wie bereits in Abschnitt 2.a. angeschnitten, den breiten "Balken" der Großen Magellanschen Wolke hervorheben, in der sich dessen Sterne konzentrieren. Diese Astronomen schließen auf eine sich gerade formierende oder "mißglückte" Balkenspiralgalaxie. Daß diese Balkenstruktur eine Art Kondensationskern für Überlagerung zu sein scheint, sieht man auch daran, daß in der Großen Magellanschen Wolke die Kugelhaufen eine Scheibe bilden. Wobei die Rotationsachse der Scheibe der älteren Haufen um 50° gegenüber derjenigen der jüngeren Haufen und des interstellaren Gases gekippt ist (30:428), so als hätte es zwei vergebliche Versuche gegeben, um einen sich ständig wandelnden "Kondensationskern" so etwas wie eine normale "Überlagerungs-Galaxie" zu bilden. Desgleichen wollen manche Astronomen in der Kleinen Magellanschen Wolke einen "eierförmigen" Balken erkennen (6:234).

 

3.e. Balkenspiralen

Balkenspiralen wurden erstmals 1918 beschrieben. Immerhin machen sie mindestens ein Drittel aller Spiralgalaxien aus und bei genauerem Hinsehen, d.h. bei Hinzuzählen von schwach ausgebildeten Balken, sind es zwei Drittel der Spiralgalaxien. Sogar bei der Milchstraße selbst handelt es sich um eine Balkengalaxie vom Typ SBb: der Balken ist etwa 27 000 Lichtjahre lang und 4000 bis 6000 Lichtjahre breit. Reich selbst erwähnt Balkenspiralen jedoch an keiner Stelle und auch bei Konia spielen sie keine Rolle.

Die Astronomie versucht die Balken mechanistisch durch "Instabilitäten in der Scheibe" zu erklären. Wenn Reichs Ansatz prinzipiell richtig ist, muß er uns einer zwingenden und einfacheren Lösung des Rätsels der Balkenspiralen deutlich näher bringen - oder seine Theorie ist falsch.

Offenbar haben wir es beim Balken mit zwei "Speichen" zu tun, die vom Mittelpunkt der Galaxie nach außen zeigen. Jedenfalls läßt sich in seiner Mitte sozusagen als "Radnabe" eine zentrale Verdickung ausmachen, die mit dem energetischen Kern der Galaxie gleichzusetzen ist. Angesichts der Großen Magellanschen Wolke kann man spekulieren, daß am Beginn der Balkenspiralen derartige Kerne stehen, die sich nach zwei Seiten hin aufspalten und dann sekundär eine Überlagerung so anregen, daß es schließlich zu jenen "Feuerrädern" kommt, die die Astronomen beobachten.

Umgekehrt könnten die Balken durchaus auch ein unmittelbares Folgeprodukt der Überlagerung sein. Die implosive Umwandlung von Orgonenergie in Materie (Überlagerung) könnte nämlich, ähnlich wie bei der Formation eines Wirbelsturms oder der Befruchtung eines Eis (siehe 16), unvermittelt in die explosive Umwandlung von Materie in Orgonenergie übergehen, die sich bei Galaxien in der Bildung zweier Speichen bzw. eines "Balkens" zeigen würde (Teilung).

In beiden Fällen ("erst Balken dann Überlagerung" oder "erst Überlagerung dann Balken") verläuft dann die weitere energetische Entwicklung genauso, wie sie in Abschnitt 2.a. bei den normalen Spiralgalaxien beschrieben wurde. Auch was die Balken selbst betrifft zeichnet sich eine eindeutige energetische Entwicklungsreihe ab. Während bei SBc-Galaxien die Balken noch überwiegend gasförmig sind, nimmt die Dichte der Balken nach SBa und SB0 hin zu, ganz entsprechend der Entwicklung vom energetischen, zum protomateriellen und schließlich materiellen Zustand. Entsprechend verändert sich auch die Gestalt des Balkens: stehen am Anfang perfekt gerade ausgerichtete Speichen, haben wir am Ende ein linsenförmiges Gebilde vor uns, das den "Ring", der typischerweise den Balken einschließt, immer mehr ausfüllt, bis es mit ihm zu einem einheitlichen Kern verschmilzt. Gleichzeitig nimmt die Leuchtkraft des Balkens ab: von vielleicht 20% bis hinunter zu wenigen Prozent der Leuchtkraft der Spiralscheibe.

An den beiden Enden des Balkens, oder besser ausgedrückt an den Enden der beiden Speichen, finden sich extrem gasreiche Gebiete aktiver Sternproduktion, aus denen bei (nach unserer Theorie) reiferen SB-Galaxien Gebiete mit rein stellaren Emissionen werden. Diese beiden Verdickungen werden insbesondere deutlich, wenn man eine Balkengalaxie so von der Seite sieht, daß der Balken quer zur Blickrichtung steht. Offenbar erklären sich so die merkwürdigen "Box-Galaxien" bzw. "Peanut-Galaxien", die etwa 25% aller von der Seite aus gesehenen Galaxien ausmachen (6:231-233).

 

 

4. Aktive Galaxien

4.a. "Kosmische Teilung"

Die diversen "Aktiven Galaxien" machen nur einen Anteil von 1 bis 3% unter den Galaxien aus. Die mit der heftigen Aktivität von Galaxiekernen einher gehenden Phänomene wurden größtenteils erst nach Reichs Tod entdeckt, um so bedeutsamer ist die Tatsache, daß sie sich lückenlos in Reichs Theorie einpassen. In Anlehnung an Reichs "kosmische Überlagerung" könnte man von "kosmischer Teilung" sprechen.

Bei einer speziellen Art von Aktiven Galaxien wird sie unmittelbar evident: Galaxien mit Doppelkern. Es gibt Fälle, wo die Kerne einer Doppelkerngalaxie sich wiederum aus zwei Komponenten zusammensetzen. Auch gibt es Objekte mit drei und mehr Kernen. Sie seien, so der Astronom Edward Ye. Khachikian, wahrscheinlich alle aus einem einzelnen Mutterkern hervorgegangen, "als Ergebnis einer Teilung analog zu dem, was in einer biologischen Zelle geschieht" (5:115-118).

In der Biologie hat Reich gezeigt, daß Zellkerne ihre überschüssige akkumulierte Energie durch Zellteilung entladen, um die Energie auf ein größeres Volumen verteilen zu können, ohne "platzen" zu müssen (24). Offensichtlich werden manche Galaxiekerne mit ihrem auf dem Orgonomischen Potential beruhenden energie-ökonomischen Problem auf ähnliche Weise fertig.

Generell könnten Aktive Galaxiekerne Folge der ständigen Akkumulation von Orgonenergie sein, was zu diversen Abarten von "Zellteilung" führen muß. Ähnlich wie die Balken bei den Balkenspiralen (vgl. Abschnitt 3.e.) kann es aber auch sein, daß (nach unserer Theorie) junge Galaxien "Aktivitäten" im Kern entwickeln, weil mit Materie verbundene Überlagerung zu einer sozusagen "atom-explosiven" Rückumwandlung von Materie in Orgonenergie führt. Beispielsweise kommt es bei der bereits in Abschnitt 2.a. erwähnten Sc-Galaxie M 101 zur Teilung, indem sie Quasare ausstößt (siehe Abschnitt 4.d.). Andererseits kommt es bei (nach unserer Theorie) alten Elliptischen Galaxien zu besonders heftigen Entladungsvorgängen, wie in Abschnitt 4.c. ausgeführt werden wird.

Trotzdem zeichnet sich eine Entwicklungslinie ab, denn im Verlauf der in Abschnitt 2.a. und 2.b. beschriebenen fünf Phasen der Galaxienentwicklung verlagert sich die Gesamtaktivität der Galaxie, ganz entsprechend der "implosiven" Überlagerung, immer mehr von der Peripherie zum Kern hin. Das sieht man daran, daß (nach unserer Theorie) jüngere Galaxien eher zum Starburst-Typus gehören. Hier kommt es während der "aktiven" Perioden zum Ausstoß gewaltiger Mengen von Gas und Staub, das an der Peripherie der Galaxie zur Formation neuer Sterne führt. Bei (nach unserer Theorie) älteren Aktiven Galaxien wird dann jedoch der Kern immer prominenter, während es an der Peripherie zu immer weniger "Aktivitäten" kommt.

 

4.b. Seyfert-Galaxien

Es gibt Spiralgalaxien, bei denen sich die Leuchtkraft derartig stark im Kern konzentriert, daß sie bei kurzer Belichtungszeit wie Sterne aussehen. Solche sternartigen Kerne emittieren eine Strahlung, insbesondere Wärmestrahlung, die dem Energie-Output unserer gesamten Milchstraße entsprechen kann. Die Energie kann dabei innerhalb von Wochen auf das Doppelte ansteigen, um dann genauso rasch wieder abzufallen, die Quelle der Strahlung muß also sehr klein sein. Das eigentlich besondere an diesen nach ihrem Entdecker benannten "Seyfert-Galaxien" sind jedoch die starken, sehr breiten Emissionslinien, die bei normalen Galaxiekernen nicht auftreten. Man schließt daraus, daß der Kern von Seyfert-Galaxien im Gegensatz zu anderen Kernen nicht nur einen toten "Kugelsternhaufen" darstellt, sondern auch große Mengen an ionisiertem Gas enthält. Offenbar machen alle großen Spiralgalaxien vorübergehende "Seyfert-Krankheiten" durch, bei der im Galaxiekern plötzlich gewaltige Materiemengen entstehen und ausgestoßen werden.

Während ihrer "Krankheit", sozusagen einer "akuten Entzündung", bei der vorübergehend die Orgonenergie die Oberhand gewinnt, nehmen die zuvor toten und nach DOR aussehenden Galaxiekerne eine frische "orgonblaue" Farbe an. Die Astronomie versucht diese hochproduktiven Vorgänge ausgerechnet mit "Schwarzen Löchern" zu erklären, d.h. Senken im "Raum-Zeit-Kontinuum" mit praktisch unendlich großer Gravitation. Die Seyfert-Krankheit entstehe, wenn große Materiemengen in die Nähe des zentralen Schwarzen Loches gerieten und auf nimmer wiedersehen in sie hineinfällen. Die dabei auftretende Reibung im Strudel, der sich um die Senke bilde, und die ungeheure Beschleunigung bis Nahe an die Lichtgeschwindigkeit, die die Materie erführe, wenn sie schließlich in die Senke falle, erzeuge ungeheure Energien und setze Gas frei, das nach außen geschleudert werde.

Der berühmte Astronom Jayant Narlikar weist jedoch darauf hin, daß die tatsächlich beobachtete Dynamik der Umgebung der Zentralregion von Seyfert-Galaxien nicht auf einen "Zusammenfall von Materie" hindeutet, sondern viel eher auf einen Ausstoß von Materie. Der Verweis auf "Akkretionsscheiben", d.h. der erwähnte Materiestrudel, der sich angeblich um Schwarze Löcher bildet, sei sinnlos, denn in Wirklichkeit beziehen sich die entsprechenden Beobachtungen "auf eine viel größere Scheibe oder einen größeren Ring, die oder der das zentrale Objekt in ähnlicher Weise umgibt wie die protoplanetarische Scheibe einen Stern" (23:310). Man denke auch an die "Überlagerungsscheibe" im Kern, die in Abschnitt 1.c. erwähnte "Minispirale".

In diesem Zusammenhang sind Beobachtungen bei der (inaktiven) Andromeda-Galaxie M 31 von Interesse. Zunächst hatte man ein unerklärliches blaues Licht um das "zentrale Schwarze Loch" registriert, das dann schließlich 2005 als Scheibe von mehr als 400 blauen Sternen identifiziert wurde, die einen Durchmesser von nur einem Lichtjahr hat. Es ist schlichtweg unerklärlich, wie sich vor astronomisch kurzer Zeit die riesigen blauen Sterne in der Nähe eines Schwarzen Loches, das durch seine Gezeitenwirkung alles in seiner Umgebung zermalmen sollte, haben bilden können!

Auch aus grundsätzlicher Sicht ist das Konzept "Schwarzes Loch" mehr als fragwürdig, wenn nicht sogar schlichtweg unhaltbar, da es den Regeln der Quantenmechanik widerspricht. Anfang 2005 machte der amerikanische Astrophysiker George Chapline vom Lawrence Livermore National Laboratory in Kalifornien Furore: es gäbe keine Schwarzen Löcher, vielmehr seien die fraglichen Regionen mit "Dunkelenergie" angefüllt. Sie entspricht der "Energiedichte des Vakuums" und stellt so etwas wie "Antischwerkraft" dar. Vor einiger Zeit mußte die "Dunkelenergie" postuliert werden, um die sich angeblich beschleunigende Expansion des Universums erklären zu können. Interessanter ist, daß Chapline zufolge die "Raumzeit" eine Art Fluidum sein muß, das bei extremer Gravitation das Verhalten einer Supraflüssigkeit annimmt. Dieser Phasenübergang von einer normalen "Flüssigkeit", die das Universum anfüllt, zu einer Supraflüssigkeit entspricht ungefähr dem, was wir als Resultat von Überlagerung und Teilung galaktischer Systeme erwarten und auch beim Kollaps großer Sterne, wenn die energetische Überlagerungsfunktion schließlich Oberhand gewinnt über die materielle Struktur, die aus ihr hervorgegangen ist.

 

4.c. Radiogalaxien

Im Radiobild sieht man, daß einige Elliptische Riesengalaxien, z.B. die bereits in Abschnitt 3.c. erwähnte M 87, bzw. "Virgo A", tausend- bis millionenfach mehr Energie im Radiobereich abstrahlen als andere, "inaktive" Galaxien. In mehr als Zweidritteln der Fälle entspringt diese ungeheure Energie jedoch nicht dem Zentrum der Radiogalaxie selbst, sondern dem Umfeld der Galaxie, in dem im optischen Bereich nichts zu sehen ist (es gibt nur sehr wenige Ausnahmen, zu denen M 87 gehört). Diese Strahlungsbereiche werden mit zwei "Jets" aus dem Kernbereich der Galaxie vom galaktischen Nord und Südpol herausgeschleudert. Die Kerne selbst weisen breite Emissionslinien auf, was auf eine Art "Seyfert-Krankheit" hindeutet. (Bei den Seyfert-Galaxien selbst sind Jets nur sehr schwach ausgeprägt.)

Obwohl M 87 eines der massereichsten Objekte im Universum ist und demnach diese Riesengalaxie auch eines der "totesten" sein sollte, geht von ihr ein einzelner Jet aus (in den letzten Jahren haben sich die Hinweise auf einen unsichtbaren zweiten Jet, also den "Gegen-Jet" verdichtet), der sie zu einem der aktivsten galaktischen Systeme überhaupt macht. Besonders interessant ist, daß der Jet in einem intensiven "gesunden" Blau strahlt. (Überhaupt sind Radiogalaxien als ganzes signifikant blauer als inaktive Elliptische Galaxien!) Konia schreibt dazu: "Die Tatsache, daß Atomspektren im Jet von M 87 nicht bestimmt werden können, unterstützt die Sichtweise, daß er aus Materie in den frühsten Stufen ihrer Entstehung vor der vollständigen Umformung in atomare Strukturen besteht" (19).

Hier schließt sich der Kreis, denn in Abschnitt 2.a. konnten wir über die hypothetischen intergalaktischen Orgonenergie-Ströme der ersten Phase der Galaxienentwicklung exakt dasselbe sagen. Der Unterschied ist nur, daß wir dort mäßig konzentrierte primordiale Energie vor uns hatten, die sich wellenförmig bewegt und nur durch einen äußeren Einfluß, einen zweiten Orgonenergie-Strom, "implosiv" zu Materie kondensiert. Beim Jet sehen wir demgegenüber eine hochkonzentrierte postmordiale Energie in Aktion: mechanisch geradlinig bricht die akkumulierte und dadurch veränderte Orgonenergie(6) "explosiv" hervor und generiert über verschiedene Stufen Materie. Konia weist darauf hin, daß die Struktur der Jets mit ihrer fächerförmigen exponentiellen Entfaltung an eine sich fortwährend aufspaltende orgonometrische Gleichung erinnert (19) - vgl. Orgonometrie.

Etwas ähnliches haben wir bereits in Abschnitt 3.d. anhand der Magellanschen Wolken beschrieben: die materiellen Produkte der energetischen Entladung galaktischer Kerne teilen sich ihrerseits wieder wie sich teilende Zellen. Siehe auch die in Abschnitt 4.a. erwähnte galaktische "Zellteilung".

Die Jets bestehen, so Konia, sowohl aus masse-freier Orgonenergie als auch aus Materie, die durch Überlagerung frisch aus der Orgonenergie hervorgegangen ist, bzw. in den Jets selbst generiert wird. Typischerweise haben diese Jets "Knoten", die dadurch entstehen, daß die Materie weder auf einmal, noch kontinuierlich, sondern in verschiedenen Stufen entsteht, die den verschiedenen Stufen von der masse-freien Orgonenergie, über Protomaterie, bis hin zur fertigen "Materie wie wir sie kennen" entsprechen (20).(7)

 

4.d. Quasare und BL Lac-Objekte

Aus einer an Seyfert-Krankheit leidenden großen Galaxien wird Protomaterie (also Materie die selbst noch "schöpferisch" aktiv ist) in Form von Quasaren herausgeschleudert. Dabei handelt es sich sozusagen selbst um aktive Tochterkerne, die dann als Kondensationskerne für Tochtergalaxien dienen.(8) Ähnlich wie bei den Kugelsternhaufen sind auch bei den Quasaren die großen (nach unserer Theorie) alten Elliptischen Galaxien generell die häufigsten Quellen für Quasare, obwohl sie, wie in Abschnitt 4.a. erwähnt, auch innerhalb von (nach unserer Theorie) jungen Spiralgalaxien entstehen können. Die Spektren der Quasare gleichen sehr stark denen von Seyfert-Galaxien. Auch können Quasare selbst Jets entsenden, sie können sich aber auch erst nachträglich innerhalb der Jets entwickeln, die die großen Galaxien ausstoßen. Sie entsprechen dann den in Abschnitt 4.c. erwähnten Jet-Knoten.

Quasare sind, ähnlich wie die Kerne von Seyfert-Galaxien und die Jets von Radiogalaxien, von einer auffälligen Bläue gekennzeichnet und haben extrem breite Emissionslinien. Konia interpretiert die Unschärfe der Spektrallinien als Ausdruck der erst beginnenden Strukturierung der Materie (20). Auf die damit einhergehende hohe Rotverschiebung der Quasare werden wir in Abschnitt 5.b. zurückkommen.

Arp zufolge gibt es zwei Arten von Quasaren. Quasare, die mit einer vergleichsweise geringen Geschwindigkeiten von aktiven Kernen ausgestoßen werden, fallen, ähnlich wie die Magellanschen Wolken, auf ihre Muttergalaxie zurück und werden zu Begleitgalaxien. Quasare, die mit einer Geschwindigkeit in der Größenordnung von 10 Prozent der Lichtgeschwindigkeit ausgestoßen werden, entkommen ihrer Muttegalaxie, werden im optischen und Röntgenbereich immer heller und entwickeln sich schließlich zu BL Lac-Objekten, die, wie in Abschnitt 6.a. weiter ausgeführt wird, sehr schnell wie "Silvesterraketen" zerplatzen und auf diese Weise die Galaxienhaufen erzeugen.

Bei den seltenen BL Lac-Objekten handelt es sich, ähnlich wie bei den Quasaren, um sternartige Objekte mit einer hochvariablen Emission, die innerhalb von Monaten, ja sogar Tagen schwanken kann. Sie besitzen ein kontinuierliches blaues Spektrum und zeigen keine Emissionslinien: sie sind Zentren "purer Schöpferkraft".

 

 

5. Rotverschiebung

5.a. Rotverschiebung und "Urknall"

Nachdem Hubble Anfang der 1920er Jahre entdeckt hatte, daß die Spiralnebel sich aus Sternen zusammensetzen und außerhalb unserer Milchstraße befinden, veröffentlichte er 1929 seine in der Folge gemachte Entdeckung, daß die Spektrallinien der Galaxien im Vergleich mit den entsprechenden Elementen im Laboratorium zum roten Bereich des Spektrums hin verschoben sind. Da diese Rotverschiebung von der scheinbaren Leuchtkraft abhängt, setzte er sie mit der Entfernung der Galaxien in Beziehung ("Hubble-Beziehung").

Die Theorie, daß die Rotverschiebung auf einen "Doppler-Effekt" zurückzuführen sei und daraus die Expansion des Universums folge, stammt jedoch nicht von Hubble, der sich erst 1937 widerwillig zu dieser, wie er meinte, "ziemlich überraschenden Vorstellung" bekehren ließ. Der eigentliche "Vater des Urknalls" war der Kosmologe Georges Henri Lemaître, bezeichnenderweise ein Abbé. Er war der erste, der von Rotverschiebung auf Expansion und weiter auf das schloß, was man später als "Urknall" bezeichnet hat. Doch bereits im Jahre 1929 hatte Fritz Zwicky seine weitaus näher liegende und ganz und gar nicht "überraschende" "Müdes-Licht-Theorie" vorgebracht, wonach das Licht auf seinem langen Weg durch das Universum Energie verliert, "ermüdet" und deshalb röter wird.

Jede moderne Version dieser Theorie hat drei Grundforderungen zu erfüllen: 1. darf das Licht durch den "Ermüdungsmechanismus", man denke z.B. an die Wechselwirkung mit intergalaktischem Gas, weder gestreut und so punktförmige Lichtquellen verwischt werden, noch dürfen sich dadurch die Spektrallinien verbreitern; 2. müßte die Theorie erklären, warum die Rotverschiebung über den gesamten Bereich der Wellenlängen dieselbe ist; und da durch den "Ermüdungsvorgang" die Entropie abnimmt, müßte 3. erklärt werden, wohin diese Entropie geht.

C.F. Baker hat auf der Grundlage von Reichs Konzept des Orgonenergie-Mediums eine Müdes-Licht-Theorie vorgebracht, in der der erste Einwand wegfällt, da die Orgonenergie masselos ist. Als Mechanismus der "Ermüdung" nennt er die heftige Interaktion zwischen elektromagnetischer Energie und Orgonenergie (wie in Reichs ORANUR-Experiment). Außerdem verweist er auf Reichs Röntgen-Photographien erregter Orgonenergie-Felder, die zeigen, daß konzentrierte Orgonenergie die Ausbreitung hochfrequenter elektromagnetischer Wellen behindert (27). Doch damit steht der zweite Einwand im Raum, denn, ähnlich wie Masseteilchen je nach Größe eine unterschiedliche Wirkung auf unterschiedliche Wellenlängen haben, würde das Orgonenergie-Medium aufgrund der ORANUR-Reaktion selektiv auf höhere Frequenzen stärker reagieren als auf niedere.

Der dritte Einwand gegen die Müdes-Licht-Theorie verweist uns auf eine funktionellere Erklärung der Rotverschiebung: Rotverschiebung ist der Mechanismus, mit dem der kosmische Orgonenergie-Ozean jene Entropie wieder abbaut, bzw. "zurückholt", die er bei der Erzeugung der sekundären Energie verloren hatte. Durch Rotverschiebung wird also sekundäre Energie (Mechanisches Potential) zurück in primordiale Energie verwandelt (Orgonomisches Potential). Der Rotverschiebung liegt demnach tatsächlich eine Expansion zugrunde, wenn auch nicht die des leeren Raumes, sondern die des "Äthers", der mittels der Rotverschiebung die Energie wieder absorbiert, die vorher von den Sternen aufgesogen und als elektromagnetische Energie abgestrahlt wurde.(9)

 

5.b. Intrinsische Rotverschiebung

Eine kosmologische Erklärung der Rotverschiebung, egal wie immer sie geartet ist, kann jedoch nicht der Weisheit letzter Schluß sein, weil eine generelle Abhängigkeit der Rotverschiebung von der Entfernung nicht gegeben ist. Da wäre z.B. das Problem der (unserer Theorie zufolge) ausgesprochen jungen Sc-Galaxien. Arp hat darauf hingewiesen, daß gegenüber anderen (nach unserer Theorie älteren) Spiralgalaxien bei den Sc-Galaxien eindeutige Abweichungen in der Hubble-Beziehung auftreten: bei gleicher scheinbarer Helligkeit haben Sc-Galaxien eine viel höhere Rotverschiebung.

Besonders dramatisch ist das bei den LSB-Galaxien, die Reichs erster Phase nahestehen (vgl. Abschnitt 3.a.). Beispielsweise durchmusterte der Astronom Gregory D. Bothun 1986 den bereits in Abschnitt 3.a. erwähnten Virgo-Galaxienhaufen auf der Suche nach derartigen Galaxien. Dabei stieß er bei der LSB-Galaxie Malin 1 auf eine Rotverschiebung, die darauf hinwies, daß sie von uns 25mal weiter entfernt ist, als der Virgo-Haufen selbst. Entsprechend müßte Malin 1 sage und schreibe 20mal größer sein als unsere Milchstraße, d.h. die größte bisher bekannte Galaxie darstellen (7). Solche Absurditäten verschwinden, wenn ein Gutteil der betreffenden Rotverschiebung als intrinsisch betrachtet wird.

Alles weist darauf hin, daß (unserer Theorie zufolge) junge Galaxien uns räumlich näher sind, als ihre "Rotverschiebungs-Distanz" anzeigt. Tatsächlich beobachten die Astronomen, daß generell der Anteil an Spiralgalaxien desto größer wird, je vermeintlich weiter sie ins All blicken, während jener der elliptischen Galaxien entsprechend abnimmt. Es scheinen also (von Sc zu Sa in einem abnehmenden Ausmaß) alle Spiralgalaxien uns weit näher zu stehen, als aus der Rotverschiebung vorschnell geschlossen wird. Ähnlich sieht es bei den Starburst-Galaxien aus (vgl. Abschnitt 4.a.): je größer die Rotverschiebung desto häufiger werden "gestörte" und Starburst-Galaxien beobachtet. Für die Verfechter des Urknalls ist das ein weiterer Beleg für ihre mechanistische Theorie: die Galaxien standen früher enger zusammen und kollidierten häufiger. Arps Theorie zufolge zeigt die hohe Rotverschiebung etwas ganz anderes: wir haben es mit energetisch jungen Objekten zu tun.

Zuende gedacht, hat das dramatische Auswirkungen auf unsere Vorstellung vom Aufbau des Universums, was insbesondere bei den bereits in Abschnitt 4.d. behandelten Quasaren deutlich wird, die Dreh- und Angelpunkt der extragalaktischen Astronomie der vergangenen Jahrzehnte sind: 1963 entdeckte der Astronom Maarten Schmidt eine "quasistellare Radioquelle" (oder kurz "Quasar", später stellte sich heraus, daß es auch "radioleise Quasare" gibt), deren Rotverschiebung auf eine Entfernung von 3 Milliarden Lichtjahre hindeutete. Das Problem, vor dem Schmidt bei seinem Objekt stand, war dessen Größe. Bei gleicher scheinbarer Leuchtstärke wäre die Sonne 1400 Lichtjahre und eine Galaxie von 100 Milliarden Sonnen 400 Millionen Lichtjahre entfernt. Hier war ein Objekt, das genauso stark leuchtete, jedoch sage und schreibe 3000 Millionen Lichtjahre entfernt war. Die absolute Helligkeit eines Quasars müßte demnach 100fach größer sein als die einer Galaxie. Hinzu kommt, daß Quasare in Zeiträumen von Wochen bis hinab zu einem Tag ihre Lichtintensität verändern, was ihrer Größe eine obere Grenze setzt, die die Ausmaße einer Galaxie bei weitem unterschreitet und eher der unseres Sonnensystems entspricht.

Man stand also vor dem Problem, drei sich offenbar wechselseitig ausschließende Fakten (extrem hohe Rotverschiebung und nach gängiger Theorie damit extrem große Entfernung, extrem hohe scheinbare Leuchtkraft und relativ kleine Größe) auf einen Nenner zu bringen. Später kam als weitere Komplikation die Beobachtung "superluminaler" Bewegungen mancher Quasare hinzu: wenn ihre Rotverschiebungs-Entfernung als Grundlage der Kalkulation genommen wird, müßten sie sich schneller als das Licht bewegen!

Da am weitesten entfernt, sollten, der Urknall-Theorie zufolge, die Quasare unmittelbar aus dem Urknall hervorgegangen sein und deshalb keine höheren Elemente jenseits von Bor enthalten. Ihre Emissionslinien ähneln jedoch denen von normalen Galaxien, ja sogar unserer eigenen Sonne, d.h. sie enthalten die Signets für Elemente wie Magnesium, Silizium und Schwefel. Hinzu kommt, daß zwar bei den Galaxien eine (wie oben gezeigt mehr oder weniger) klare Hubble-Beziehung zwischen der Rotverschiebung und der scheinbaren Leuchtkraft vorliegt, bei Quasaren jedoch die beiden Größen in keinster Weise miteinander korreliert sind.

Demnach kann die Rotverschiebung (oder zumindest der entscheidende Anteil derselben) bei den Quasaren nicht von der Entfernung abhängig sein, sondern muß auf die Quasare selbst zurückgehen. Als schlagensten Beweis für diese These hat Arp auf zahllose Beispiele für materielle Verbindungen, sogenannte "Filamente", zwischen Quasaren und Galaxien hingewiesen, die vollkommen unterschiedliche Rotverschiebungen aufweisen. Daß dies nicht bloße optische Täuschungen sein können, wird durch entsprechende diese Filamente fortsetzende Strukturen innerhalb der Galaxien evident. Auch haben beide Objekte ähnliche Spektrallinien, müssen also verwandt sein.

Es lassen sich beliebig viele Beispiele angeben, wo Quasare sich aus statistischer Sicht sehr auffällig in der Nähe bestimmter "Muttergalaxien" gruppieren. Quasare sind relativ selten, so daß es nur eine verschwindend kleine Wahrscheinlichkeit gibt, daß sie unserer Blickrichtung gemäß dicht neben eine Galaxie projiziert wurden. Des weiteren führt Arp an, daß Quasare mit höherer Rotverschiebung ihren offensichtlichen "Muttergalaxien" räumlich näher stehen als solche mit geringerer. Ebenso scheint die Leuchtkraft der Quasare mit wachsender Entfernung von der Muttergalaxie anzusteigen. Die gleiche Beziehung kann man auch zwischen Galaxien beobachten, wobei die Galaxie mit der größeren Rotverschiebung stets das weitaus kleinere Objekt ist. Tatsächlich scheinen die kleinen rotverschobenen Begleitgalaxien in vieler Hinsicht Quasaren zu gleichen. Arp zufolge könnte es sich bei ihnen um eine spätere Entwicklungsform von Quasaren handeln, deren charakteristische hohe Rotverschiebung im gleichen Bereich liegt wie bei den Quasaren mit der niedrigsten Rotverschiebung.

 

5.c. Rotverschiebung aus astrophysikalischer Sicht

Um die Vorgänge in Quasaren und (nach unserer Theorie) jungen Spiralgalaxien verstehen zu können, müssen wir uns zunächst nochmals Reichs Beschreibung der Erzeugung von Massepartikeln aus der Überlagerung von masselosen Orgonenergie-Strömen vergegenwärtigen, wie er sie in Die kosmische Überlagerung beschrieben hat. In der Überlagerung verwandelt sich die Vorwärtsbewegung der Orgonenergie in eine immer enger werdende Kreisbewegung. Entsprechend umrunden die Elektronen, solange die Kondensation der Materie aus der masselosen Orgonenergie noch nicht ganz abgeschlossen ist, den Atomkern in größeren Radien als bei fertiger Materie, was in einer entsprechenden Verschiebung der Spektrallinien zum Ausdruck kommt (21). Als Folge müßte die (intrinsische) Rotverschiebung ähnlich "gequantelt" sein wie die Energiestruktur der Atomhüllen. Bereits 1967 hatte Burbidge gezeigt, daß bei der Rotverschiebung 1.95 ein Gipfel in der Galaxienverteilung lag. Im folgenden Jahrzehnt fand er die "Gipfelreihe" 0.061, 0.3, 0.6, 0.96, 1.41, 1.96, etc.

Mit Hilfe von Konias Erklärung der Rotverschiebung bei Quasaren können wir nun auch den Mechanismus der "normalen" von der Entfernung abhängigen Rotverschiebung besser verstehen, als in Abschnitt 5.a. skizziert. Wenn die intrinsische Rotverschiebung eine Folge der Umwandlung von primärer Energie in Materie ist, folglich tatsächlich bei der Entwicklung von Proto-Materie hin zu regulärer Materie so etwas wie eine "Blauverschiebung" (Schrumpfung der Elektronenbahnen) erfolgt, dann muß die Distanz-Rotverschiebung entsprechend das Ergebnis des umgekehrten Vorgangs sein (eine Streckung der elektromagnetischen Wellen).

Man halte sich nur vor Augen, daß das Sternenlicht eine Folge der Quantensprünge zwischen regulären Elektronen-Radien ist. Die Distanz-Rotverschiebung, d.h. die "Streckung" der elektromagnetischen Wellen, kann dann nichts anderes sein als die tendenzielle Rückkehr der "geschrumpften" Größendimensionen der normalen Atome, die Resultat der kontraktilen Überlagerung sind, zu den originalen Dimensionen der Orgonenergie-Bewegung. Diese Expansion geschieht aufgrund des Umstandes, daß die sekundäre Energie sich wieder in ihrem ursprünglichen primordialen Kontext befindet. Diese Erklärung vergleiche man mit derjenigen der gängigen Astronomie, die gleich das gesamte Universum expandieren lassen muß, nur um so etwas Simples wie die Rotverschiebung erklären zu können.

Was für den Raum gilt, muß ähnlich auch für die Zeit gelten: Die Entwicklung vom Quasar (hohe Rotverschiebung) zur Galaxie (niedrigere Rotverschiebung) geht mit einer Beschleunigung der Zeit einher, da die Atome (sozusagen die "Atomuhren") kleiner werden. Dann muß entsprechend die Rotverschiebung mit einer Verlangsamung der Zeit funktionell identisch sein - was durch Beobachtungen an Supernovas bestätigt wird.

 

 

6. Die Struktur des Universums

6.a. Teilung und Überlagerung in Galaxienhaufen

Nach umfassenden Rotverschiebungs-Durchmusterungen des Universums gehen die Astronomen davon aus, daß sich die Galaxien je nach Interpretation der Daten entweder in miteinander verbundenen "Wänden", die riesige leere Vakuolen einrahmen, oder in isolierten Klumpen anordnen (11:53). So stellt sich der Kosmos jedenfalls dar, wenn man die Galaxien entsprechend ihrer Rotverschiebung staffelt: in kleineren Ausschnitten zwar erstaunlich geordnet, in seiner Gesamtheit jedoch ein Chaos ohne erkennbare Funktionszusammenhänge. Wird aber bei den Rotverschiebungs-Durchmusterungen der Faktor "intrinsische Rotverschiebung" berücksichtigt, zieht sich vor unserem geistigen Auge dieses bedeutungslose Gewebe zu einer fraktalen Struktur zusammen, in der von zentralen Aktiven Galaxien jeweils nach beiden Seiten der Drehachse hin sich zwei Galaxienhaufen ausbreiten. Arp interpretiert dies so, daß zwei Quasare in entgegengesetzte Richtung ausgestoßen werden und in einiger Entfernung von der Galaxie sich in BL Lac Objekte verwandeln (vgl. Abschnitt 4.d.), die jeweils in viele Gebilde zerfallen, die die Kerne von Galaxien bilden, so daß aus den Quasaren schließlich zwei neue Galaxienhaufen hervorgehen (3).

Damit wird auch in diesem Bereich die seit Jahrzehnten andauernde Diskussion über die Dunkelmaterie obsolet. Sie begann 1933, als Zwicky die Gestalt des Coma-Galaxienhaufens mit Hilfe der Gravitationsgesetze Newtons erklären wollte. Dabei stellte sich heraus, daß die Masse dieses Haufens zehnmal größer sein muß, um ihn zusammenzuhalten, als aus den sichtbaren Galaxien abzuleiten ist. Seit Arp ist diese Diskussion genauso sinnleer, wie die Frage, was denn die Gruppe der Leuchtkörperchen einer explodierenden Silvesterrakete "zusammenhält"!

Aus orgonomischer Sicht hat Arps Universum eine Struktur, die, ähnlich wie bei den in Abschnitt 4.c. beschriebenen Jets, jener der orgonometrischen Entwicklungsgleichung entspricht. Doch selbst das zeichnet noch ein zu abstraktes unorganisches Bild vom Weltall. In diesem Zusammenhang sei nur eine merkwürdige und praktisch nie erwähnte Tatsache erwähnt: Seit 60 Jahren ist bekannt, daß es im Universum statistisch hoch signifikant mehr S-förmige als gegen-S-förmige (?- oder Z-förmige) Spiralgalaxien gibt. Da ein Zufall unwahrscheinlich und ein "Artefakt" praktisch ausgeschlossen ist und die Richtung der Spiralen von der Blickrichtung des Beobachters abhängt, kann dieser auffällige Symmetriebruch nur bedeuten, daß die Galaxien in unserer Umgebung, d.h. soweit wir blicken können, sich gegenseitig in ihrer Entwicklung beeinflußt haben und wir ein integraler Bestandteil dieses kosmischen Gewebes sind. Harman hat dieses Beziehungsgeflecht mit Verweis auf ganz andere Phänomene im Detail analysiert (14, 15).

Hinzu kommt, daß Arp zufolge die Galaxien in den großen Galaxienhaufen spiralförmig angeordnet sind. Hier scheint sich, aus orgonomischer Sicht, der Vorgang der sekundären Überlagerung auf großer Ebene zu wiederholen. Ähnlich wie sich um Quasare, die aus Aktiven Galaxien ausgestoßen wurden, Spiralgalaxien bilden, scheint die Überlagerungsfunktion den gesamten Galaxienverband, in dessen Mittelpunkt sich eine große Elliptische Galaxie befindet, zu formen und aus ihm eine gigantische Spiralstruktur zu machen.

 

6.b. ORANUR im kosmischen Orgonenergie-Ozean

Bereits zwei Jahre vor der (offiziellen) Entdeckung des Mikrowellenhintergrundes, die wir in Abschnitt 1.a. diskutiert haben, wurde 1962 von Riccardo Giacconi (ebenfalls vollkommen zufällig und unerwartet) entdeckt, daß das gesamte Universum von einem gleichförmigen Schein aus Röntgenstrahlung erfüllt ist, welche in etwa die Wellenlänge der medizinischen Röntgenstrahlung besitzt. Dieser Hintergrund hat ungefähr dasselbe thermische Spektrum wie der Mikrowellenhintergrund, nur daß es sich hier nicht um 2.7 Kelvin, sondern um 460 Millionen Kelvin handelt.

Bis Ende der 1970er Jahre dominierte die Vorstellung, daß der Röntgenhintergrund auf ein intergalaktisches heißes Plasma und die Bremsstrahlung zurückzuführen sei, die entsteht, wenn sich hochenergetische Elektronen gegenseitig ablenken. Doch mittlerweile bringt man dank der stärkeren Auflösung der Röntgenteleskope den Röntgenhintergrund mit weit entfernten Aktiven Galaktischen Kernen und insbesondere Quasaren, den stärksten bekannten Röntgenquellen überhaupt, in Zusammenhang.

Von Arps Kosmologie her betrachtet spiegelt sich in diesen Röntgenquellen die allgegenwärtige Teilungs-Aktivität der galaktischen Systeme wider. Die hohe Rotverschiebung der Quellen steht nicht für ihre große Entfernung, sondern dafür, daß hier Materie ins Leben tritt, was offensichtlich ein extrem ORANUR-intensiver Vorgang ist. In diesem Zusammenhang ist bezeichnend, daß im Röntgenlicht nicht etwa die Galaxien, sondern die Galaxienhaufen das auffälligste Bauelement des Universums sind. Das ist nicht verwunderlich, wenn die Haufen ihren Ursprung in Quasaren (bzw. BL Lac Objekten), also den Röntgenquellen par excellence, haben.

Ein Beispiel für diese Vorgänge haben wir in unserer unmittelbaren kosmischen Umgebung: kurz nach dem Zweiten Weltkrieg wurde mit Hilfe der erbeuteten V2-Rakete die Sonne als erste kosmische Röntgenquelle überhaupt ausgemacht. Diese (größtenteils weiche) Röntgenstrahlung entsteht bei den Temperaturen zwischen 400 000 und 2 Millionen Kelvin, die die Sonnenkorona auszeichnen. Wie solche Temperaturen möglich sind, wo doch die sichtbare Sonnenoberfläche selbst nur gerade mal 5 600 Kelvin heiß ist, versuchte die Astronomie zunächst mit "Schallwellen" zu erklären, die Energie von der Konvektionszone der Sonne hinaus in die Korona tragen, später traten die solaren Magnetfelder in den Mittelpunkt des Interesses, aber eine befriedigende Erklärung liegt bis heute nicht vor. Aus orgonomischer Warte springt ins Auge, daß Abbildungen der Sonnenkorona frappant an Kirlian-Fotographien erinnern (siehe 28). Offenbar haben wir es bei unserer Sonne (unserer lokalen Quelle von Orgonenergie [vgl. 24], elektromagnetischer Strahlung und Materie ["Sonnenwind"]) mit einem ORANUR-Fokus zu tun, der jenen ungleich stärkeren Foki gleicht, die für den kosmischen Röntgenhintergrund verantwortlich sind, den man ja ursprünglich ebenfalls mit einer allgegenwärtigen kosmischen Korona aus heißem Plasma in Zusammenhang gebracht hatte.

Ähnlich muß man wohl auch die Elliptischen Galaxien betrachten: In Abschnitt 2.b. sprachen wir davon, daß in ihnen kein Gas mehr zu finden ist. Neuerdings sprechen die Astronomen jedoch davon, daß das Gas gar nicht abhanden gekommen sei, sondern einen gigantischen Halo aus 10 Millionen Kelvin heißem Plasma bilde, das die jeweilige Elliptische Galaxie einhülle (ORANUR). Der Leser sei auf Abschnitt 1.a. zurückverwiesen, wo dargelegt wurde, daß unsere Spiralgalaxie von einem entsprechenden ultravioletten Halo umgeben ist (Orgon).

 

6.c. "Gravitationslinsen"

Als schlagendes Argument gegen die orgonomische Kosmologie im allgemeinen und unsere Theorie der Quasare im besonderen könnten die Astronomen die sogenannten "Gravitationslinsen" anführen. Aufgrund seiner Allgemeinen Relativitätstheorie hatte Einstein 1936 postuliert, daß das Licht weit entfernter Quellen vom Schwerefeld näherer Objekte so umgelenkt werden kann, daß man sichel- und ringförmige Strukturen sieht. Ein Jahr später übertrug Zwicky dies konkret auf die Wirkung von Galaxien oder ganzer Galaxienhaufen. Da solche "Gravitationslinsen" 1979 und in der Folgezeit tatsächlich in Zusammenhang mit Quasaren entdeckt wurden, sei, so wird behauptet, jede Theorie müßig, welche die Quasare näher an uns heranrückt als im von der Urknalltheorie nahegelegten "Standardmodell".

Arp zufolge handelt es sich bei diesen blauen Bögen und Punkten, die sich konzentrisch um den Mittelpunkt von Galaxienhaufen gruppieren, zwar in der Tat um Quasare, aber um welche, die integraler Bestandteil der Galaxienhaufen sind. Sie wurden, teilweise in Form von "Quasarbögen", von der zentralen Galaxie des Haufens ähnlich weggesprengt, wie die entsprechenden Trümmer von Supernovae.(10) Bei mehrfachen Punktquellen ist ohnehin fraglich, wie diese von "Linsen" erzeugt worden sein sollen. Arps Theorie zwingt sich dem Studenten der Orgonomie unmittelbar auf, wenn er blaue Lichtbögen bzw. blaue Lichtpunkte um rote Galaxien herum sieht.

Die Bilder, mit denen die extragalaktische Astronomie arbeitet, sind starr und bewegungslos. Das ist, neben den ungeheuren Entfernungen, darauf zurückzuführen, daß der Kosmos weitgehend von der langsamen Überlagerungsfunktion bestimmt wird. Dort jedoch, wo es um Teilung geht, beobachten wir sehr wohl Veränderung und Bewegung, etwa bei den sich in Wochen- und sogar Tagesfrist verändernden Quasaren. Bezeichnenderweise findet sich so etwas auch bei den "Gravitationslinsen". Man nehme etwa das sogenannte Einsteinkreuz Q 2237+0305, von dem behauptet wird, eine massereiche Spiralgalaxie (Rotverschiebung 0.04) wirke als Gravitationslinse eines Quasars (Rotverschiebung 1.69) und erzeuge vier, ungefähr symmetrisch um ihren Kern angeordnete Bilder. Auf zwei im Abstand von drei Jahren gemachten Aufnahmen sieht man Helligkeitsveränderungen, was auf Vordergrundsterne zurückgeführt wird, die als "Mikro-Gravitationslinsen" wirkten (30:452). Zufällig in unserer Blickrichtung liegende "Gravitationslinsen", werden durch zufällig in unserer Blickrichtung liegende "Mikrogravitationslinsen" verzerrt....

Neben den "Gravitationslinsen" ist ein weiteres gewichtiges Argument für das Standardmodell die Absorption des Quasar-Lichts durch "diffuse Gaswolken" und ansonsten "unsichtbare Galaxien". Die Reise des Quasar-Lichts durch die Weiten des Universums ließe sich anhand der Absorptionslinien rekonstruieren und so die Struktur des Universums wie mit einer Art "Röntgengerät" durchleuchten. Das Problem mit diesem Rettungsversuch der Urknalltheorie ist nur, daß alle anderen Indizien darauf hindeuten, daß das Vakuum im Universum ziemlich perfekt ist, außerdem passen die beobachteten Absorptionslinien, Arp zufolge, in jeder Hinsicht viel besser zu Gas, das von den Quasaren selbst ausgestoßen wird.

 

6.d. Das Olbersche Paradoxon

Wären unsere Augen für den Mikrowellenbereich empfindlich, würde der Nachthimmel (und natürlich auch der Himmel am Tag) in diesem Spektrum in einem unerträglich gleißenden Licht erstrahlen, weitaus schlimmer als blickten wir direkt in die Mittagssonne (vgl. Abschnitt 1.a.). Aber schauen wir nicht ohnehin ständig auf Sonnen? Bereits 1789 stellte sich der Bremer Arzt und Naturforscher Wilhelm Olbers diese Frage: warum in einem unendlichen Universum der Himmel tag und nacht nicht so hell wie die Sonnenoberfläche leuchtet, da in jeder denkbaren Blickrichtung schließlich eine Sonne liegen müßte.

Für uns bietet sich ein Ineinandergreifen dreier Mechanismen zur Lösung des Olberschen Paradoxons an. Erstens ist auffallend, daß je größer die Wellenlänge ist, man desto weiter in den Weltraum blicken kann. Offensichtlich durchdringt die "primordialere" langwellige elektromagnetische Strahlung (vgl. Abschnitt 5.c.) den Kosmos weitaus besser, da kurzwellige Strahlung dem ORANUR-Effekt zum Opfer fällt.(11) Beispielsweise kann man Radiowellenastronomie von der Erdoberfläche aus durchführen, während man für die Röntgenastronomie Satelliten benötigt.

Ein zweiter Mechanismus wird von der Müdes-Licht-Theorie beschrieben. Doch leider ist die Abschwächung der Strahlung in traditionellen Müdes-Licht-Theorien geringer als bei einer Rotverschiebung, die auf ein expandierendes Weltall zurückgeführt wird. Immerhin konnten wir jedoch in Abschnitt 5.a. und Abschnitt 5.c. zeigen, daß die orgonomische Müdes-Licht-Theorie der Expansions-Theorie äquivalent ist. Aber auch dann reicht dieser Effekt nicht aus, um die Strahlung ausreichend abzuschwächen. Stattdessen spricht man heute davon, daß das Weltall noch zu jung sei, als daß sich der ganze Raum mit Licht hätte füllen können.

Orgonomisch können wir dieses Element (ein weiterer "Beleg" für die Urknalltheorie) ersetzen durch Verweis auf die hierarchische Struktur des Universums: Planetensystem, Galaxie, Galaxienhaufen, Systeme von Galaxienhaufen. Die mittlere Sterndichte nimmt mit jeder größeren Hierarchiestufe um mehrere Größenordnungen ab. Wenn man sich eine Kugel um jeden beliebigen Beobachter herum vorstellt, sinkt die Materiedichte (bzw. die Sternendichte) mit wachsendem Kugelradius immer weiter, so daß es aus einem denkbar trivialen Grunde zu keinem Zuwachsen des Himmelshorizonts kommen kann, das Olber vom Standpunkt einer abstrakten Logik glaubte annehmen zu müssen (9:86f).

Außerdem: wenn man das Weltall so betrachtet, wie Arp und Harman es tun (14), d.h. als Ansammlungen separater Verbände von Galaxienhaufen, ließe sich argumentieren, daß einerseits das sichtbare Universum (d.h. unser Galaxienhaufen-Komplex) noch kleiner ist, als selbst die Urknalltheorie annimmt und andererseits das Universum als ganzes so unvorstellbar groß ist, daß mehr als genug freie Räume voll von massefreier kosmischer Orgonenergie vorhanden sind, in denen das Sternenlicht, das von den unendlich vielen anderen separaten Galaxienhaufen-Komplexen stammt, die in diesem unendlich großen Kosmos verteilt sind, ausreichend "ermüden" und sogar ganz erlöschen kann.

 

 

Zusammenfassung

Reich hat gezeigt, daß die Grundbausteine des Universums, die Galaxien, aus der kosmischen Überlagerung hervorgehen. Dadurch gewinnt Hubbles Klassifikation der Galaxien eine zwingende innere Logik. Die neuere orgonomische Theorie stellt mehr die Teilung des Galaxiekerns in den Mittelpunkt, die eine Folge der von Reich beschriebenen (primären) Überlagerung ist. Teilung kann unmittelbar aus der Überlagerung hervorgehen, wenn die langsame Erzeugung von Materie direkt in die explosive Rückumwandlung von Materie in Orgonenergie übergeht. Die Teilung kann aber auch Ausdruck einer Entladung sein, die nach einer langen Phase von Energieakkumulation und Umwandlung von Orgonenergie in DOR erfolgt.

In beiden Mechanismen kämpft die primordiale Orgonenergie gegen die (sich erst formierende bzw. die immer mehr Oberhand gewinnende) Materie an, was mit einer heftigen ORANUR-Reaktion einhergeht. Galaktischen Systeme, die man nicht allein mit der kosmischen Überlagerung erklären kann, sind Folge dieser ORANUR-Reaktion: Balkenspiralen, Kugelsternhaufen, sphäroide "Zwergellipsen" und "irreguläre" Objekte wie die Magellanschen Wolken, die zur Keimzellen für eine sekundäre Überlagerung werden, welche zumeist mißglückt. Größere ORANUR-Ausbrüche (Quasare) erzeugen Keimzellen, aus denen durch gelungene sekundäre Überlagerung einzelne reguläre Galaxien und sogar ganze Galaxienhaufen hervorgehen können.

 

 

 

Literatur

  1. Arp, H.C.: Quasars, Redshifts and Controversies, Berkeley 1987
  2. Arp, H.C.: Seeing Red, Montreal 1998
  3. Arp, H.C.: "Origins of Quasars and Galaxy Clusters" (2001) www.haltonarp.com/Articles/PDF/moriond.pdf
  4. Bergson, H.: Schöpferische Entwicklung, Zürich 1967
  5. Bertola, F., J.W. Sulentic, B.F. Madore (Hrsg.): New Ideas in Astronomy, Cambridge 1988
  6. Binney, J., M. Merrifield: Galactic Astronony, Princeton, New Jersey 1998
  7. Bothun, G.D.: "Die leuchtschwächsten Galaxien" Spektrum der Wissenschaft. Dossier 2/2000: Kosmologie, S. 60-65
  8. Fahr, H.J.: Der Urknall kommt zu Fall, Stuttgart 1992
  9. Fahr, H.J.: Die Illusion von der Weltformel, Frankfurt 2002
  10. Ferris, T.: Galaxien, Berlin 1996
  11. Fischer, D., H. Duerbeck: Das Hubble-Universum, Basel 1998
  12. Harman, R.A.: "Functional Cosmology, Part I: Astronomical Forms" Journal of Orgonomy 36(2), Fall/Winter 2002, pp. 22-38
  13. Harman, R.A.: "Functional Cosmology, Part II: The Creation of New Galaxies in Situ" Journal of Orgonomy 36(2), Fall/Winter 2002, pp. 39-66
  14. Harman, R.A.: "Functional Cosmology, Part III: The Structure of the Observable Universe" Journal of Orgonomy 37(1) Spring/Summer 2003, pp. 28-44
  15. Harman, R.A.: "Functional Cosmology, Part IV: The Arp Hazard Triplets and NGC5985" Journal of Orgonomy 38(1), Spring/Summer 2004, pp. 25-44
  16. Harman, R.A.: "Functional Cosmology, Part V: Lumination, Attraction, and Mass" Journal of Orgonomy 38(2), Fall/Winter 2004, pp. 21-42
  17. Konia, C.: "Physical Evidence for a Mass-free Cosmic Energy: The Three Degree Background Radiation" Journal of Orgonomy 13(1), May 1979, pp. 146-150
  18. Konia, C.: "The Rotation of Spiral Galaxies" Journal of Orgonomy 19(2), November 1985, pp. 226-241
  19. Konia, C.: "The Creation of Matter in Galaxies (Part 1)" Journal of Orgonomy 22(2), November 1988, pp. 227-238
  20. Konia, C.: "The Creation of Matter in Galaxies (Part 4)" Journal of Orgonomy 24(1), May 1990, pp. 26-38
  21. Konia, C.: "The Creation of Matter in Galaxies (Part 5)" Journal of Orgonomy 24(2), November 1990, pp. 156-16
  22. Kühn, L.: Das Milchstraßensystem, Stuttgart 2003
  23. Narlikar, J.: Die sieben Wunder des Universums, Frankfurt 2001
  24. Reich, W.: Der Krebs, Frankfurt 1976
  25. Reich, W.: Äther, Gott und Teufel, Frankfurt 1983
  26. Reich, W.: Kosmische Überlagerung, Frankfurt 1997
  27. Rosenblum, C.F. (d.i. C.F. Baker): "The Red Shift" Journal of Orgonomy 4(2), November 1970, pp. 183-191
  28. Schleining, J.: "Oranur Photography of Fingertips Charged in the Orgone Accumulator" Journal of Orgonomy 34(2), Fall/Winter [2000], pp. 5-23
  29. Shapley, H.: Galaxies, Blakiston Co., 1943
  30. Unsöld, A., B. Baschek: Der neue Kosmos, Berlin 1999
  31. Weigert, A., H.J. Wendker: Astronomie und Astrophysik, Weinheim 1996

 

 


Fußnoten

(1) Wie Reich gezeigt hat, bestimmt der Galaktische Orgonenergie-Strom sogar unser alltägliches Wetter auf der Nordhalbkugel (26). Blicken wir in den Himmel, sehen wir die Spiralarme der Milchstraße, d.h. die kosmische Orgonenergie kommt aus den Weiten des Universums auf uns zu. Von der Südhalbkugel aus richtet sich der Blick zum Zentrum der Milchstraße, d.h. diesem Orgonenergie-Strom "hinterher".

(2) Jeder unvoreingenommene "Laie", der die beeindruckenden Satellitenbilder von Hurrikanen betrachtet, muß unwillkürlich an eine Spiralgalaxie denken. Doch "wissenschaftliche" Stimmen gemahnen ihn, daß jenseits einer oberflächlichen Ähnlichkeit, hinter der abstrakte, rein mathematische Gesetzmäßigkeiten stünden, es keinerlei physikalische Parallelen zwischen diesen beiden Naturerscheinungen geben würde und entsprechend dürfe man nicht von der einen auf die andere schließen. Aber genau dies hat Reich getan. Dabei waren die terrestrischen Radarbilder von Hurrikanen, die ihm zur Verfügung standen (siehe 26:105-107), nicht annähernd so überzeugend und schlichtweg zwingend wie die heutigen Satellitenaufnahmen. In diesem Zusammenhang ist bemerkenswert, daß Spiralgalaxien häufig paarweise auftreten, wobei eine Galaxie gewöhnlich deutlich größer ist als ihr Partner, außerdem drehen sie sich meist in entgegengesetzter Richtung, eine im Uhrzeigersinn, die andere entgegengesetzt. Als Beispiel ließe sich das Paar Milchstraße/Andromedanebel anführen (10:76). Spontan muß man an Hoch- und Tiefdruck-Gebiete denken. (Daß diese Symmetrie jedoch nicht durchgehend ist, werden wir in Abschnitt 6.a. sehen.)

(3) In dieser Reihe unterscheiden sich die Kerne erstaunlich wenig voneinander: sie haben durchweg alle eine rote Farbe. Der einzige Unterschied scheint der zu sein, daß sich dieses DOR-Gebiet immer weiter ausbreitet, bis es in den Elliptischen Galaxien das gesamte System umfaßt. Nur bei Aktiven Galaxien treten blaue Kerne auf, was in Abschnitt 4.b. diskutiert wird.

(4) Die Urknalltheorie impliziert, daß wir (und jeder andere Beobachter im Universum) am weitesten vom Urknall entfernt und damit die "totesten" Objekte im Universum sind, d.h. dem Wärmetod am nächsten. Entsprechend sollte auch alles um uns herum, etwa unsere Nachbargalaxien, tot sein, d.h. keine Sternentstehung, keine "Schöpfung" mehr stattfinden.

(5) Reich selbst verweist auf die beiden Galaxien NGC 4546 und NGC 891. Genau wie M 104 sehen wir auch diese Galaxien von der Kante. Aber bei NGC 4546 handelt es sich um eine uns mit 4° zugeneigte Sb-Galaxie, stellt also kaum ein adäquates Beispiel für die vierte Phase dar. Die 30 Millionen Lichtjahre entfernte Galaxie NGC 891 richtet zwar ihre Kante direkt auf uns, doch auch hier kann vom Vergleich mit anderen Galaxien her mit einiger Sicherheit gesagt werden, daß es sich um eine Spirale vom Sb-Typ handelt.

(6) Die Jets emittieren neben der Radiostrahlung auch Röntgenstrahlung, stehen also für ORANUR.

(7) Auch in diesem Zusammenhang stellt sich die Frage der Dunkelmaterie: "Lange Zeit erschien das Problem des Zusammenhaltens der ejizierten Materie völlig unerklärliche, denn in ihr findet man stärker strahlende Knoten, die nur wenige pc Durchmesser haben und bis zu einigen Mpc von der Muttergalaxie entfernt sind. Ein Zusammenhalt durch Eigengravitation kommt wohl kaum infrage, weil dazu unwahrscheinlich große Massen nötig wären" (31:254f). Die benötigte Dunkelmaterie ist wieder nichts anderes als Orgonenergie.

(8) Ende der 1990er Jahre wurde, zur allgemeinen Erleichterung der Astronomen, mit aufwendigen Methoden der Bildverarbeitung festgestellt, daß so gut wie alle Quasare von "Gastgalaxien" umgeben sind. Diese sind unverzichtbar, um die Schwarzen Löcher, die angeblich für die Quasare verantwortlich sind, mit Materie zu "füttern". Doch Mitte 2005 hat man einen "nackten" Quasar entdeckt, HE0450-2958. Während die Urknalltheoretiker erneut vor einem Rätsel stehen, bestätigt diese Entdeckung eines "nackten Kerns" die Theorien Arps.

(9) Damit soll kein geschlossener "Energiekreislauf" postuliert werden, um das rein quantitative Erste Thermodynamische Gesetz zu erfüllen, vielmehr handelt es sich "nur" um eine qualitative Grundtendenz, die in etwa dem "Orgonenergie-Metabolismus in lebenden Körpern" entspricht, wie Reich ihn in Äther, Gott und Teufel beschreibt (25:154f, vgl. auch 16).

(10) Bei der Seyfert-Galaxie NGC 1275 finden sich bei Beobachtungen des Wasserstoffs "zahlreiche langgestreckte Filamente bis etwa 75 kpc vom Zentrum entfernt mit Geschwindigkeiten von einigen 1000 kms-1, die äußerlich eine gewisse Ähnlichkeit mit denen des Krebsnebels haben" (30:454).

(11) Die harte Röntgenstrahlung und die Gammastrahlung entzieht sich dieser Gesetzmäßigkeit, da sie sich, ähnlich wie die extrem energiereiche "kosmische Strahlung", die überwiegend aus Protonen und Alphateilchen besteht, mit "brutaler Gewalt" freie Bahn erzwingt.


zuletzt geändert
15.11.14

 

 


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